Meine Heimkehr 
Mein Elternhaus ( Erbaut im Jahre 1937 ) Ein Wiedersehen in meinem Elternhaus in Polen – - am 24.07.2009, nach 64 Jahren - Ich bin nervös, - Gedanken kreisen, - weil, – was erwartet mich wohl da, - was ich an Bildern in mir trage – sind sie vielleicht längst nicht mehr wahr? – Mein Blutdruck steigt, - die Stunden fliegen – ich sitz im Wagen vorne rechts, mein Sohn hält ruhig noch das Steuer – er ist der erste, - des Geschlechts! – Doch hinten in des Wagens Sitzen – da kuschelt sich mein treues Weib, - dazu vernehmen wir noch Spritzen, - die Filius hält für uns bereit! – Der Wagen frisst die Kilometer – und wir verlassen unser Land, wir tauchen ein in diese fremde, - die sich doch einst mit mir verband! – Ich seh’ das Schild, - Stadt meiner Heimat, - mein Herz schlägt einen neuen Takt – mein Kopf ist wirr, - Gedanken kreisen – weil mich Erwartungsfieber packt! – Feucht sind bereits schon meine Hände – und angespannt der ganze Leib, - werd’ ich mein Elternhaus auch finden – wonach die Sehnsucht nun schon schreit? – Gedanken schwirren durcheinander – hab ich auch alles gut bedacht, - was ist, - wenn wir das Haus nicht finden, - wird man verspottet und verlacht? – Worte der Sprache schrieb ich weise, - die ich als Kind bereits vernahm, - um zu befragen hier die Greise – doch alles ohne Furcht und Gram! – Den Friedhof - haben wir gefunden, - jedoch ich fand kein Grab – kein Stein, - so frisst und schlägt es neue Wunden – und Zweifel stellt sich wieder ein! – Ist dies der Ort, wo die Gebeine des Vaters ruh’n im kühlem Grund, - auf dass ich hier und jetzt beweine und stille werd, - auch ohne Fund! – Wenn gleich es ist ein Ort der Stille – wo nicht nur eine Seele ruht – und war vielleicht auch Gottes Wille Gedenken manch vergossenem Blut! – Viel Hilfe konnten wir erfahren, - wenn gleich nicht von Erfolg gekrönt – so will erlebtes ich bewahren, - mit Land und Leuten nun versöhnt! – Nur noch ein Sprung, - dann müsst es kommen – ich weiß und hab es im Gefühl, - jetzt heißt es wach sein und besonnen – nicht zu verfehlen unser Ziel! – Wohin ich schau, - oder auch blicke, - sag ich zu jedem Haus nur – nein, - nichts was ich seh’ dient mir als Krücke – und trotzdem kann es hier nur sein! – Wohl längst veraltet sind die Karten, ein Ortsschild, - leider fehl am Platz – doch Hilfe kommt meist unerwartet – und ich mach einen Freudensatz! – Da schickt uns Gott den guten Engel, - weist uns den Weg – führt unsere Hand – und spricht mit uns, der nette Bengel, - in unserer Sprache, - seinem Land! – Den Engel, den man uns gesendet, - er führte uns zum Elternhaus – das Blatt hat plötzlich sich gewendet – und Freudentränen müssen raus! – Da stand es nun, - das Haus der Wiege – in dem die Kindheit ich verbracht, - Erinnerungen sind wie Siege, - hab oft an diesen Tag gedacht! – Nun bin ich endlich angekommen, - der weite Kreis schloss heute sich, – bin immer noch total benommen – doch glauben kann ich es noch nicht! – Die Freude hat die Angst verschlungen – und Euphorie treibt mich voran, muss all die alten Stätten suchen – sofern ich sie noch finden kann! – Der alte Stall, - die große Scheune – der Raum, - in dem der Vater lag - und vor dem Haus die beiden Teiche, doch manches fehlt – was ich beklag! – Wo ist der Pferdestall, - der Schuppen, – Janinas Zimmer, - unterm Dach, - wo wir noch spielten einst mit Puppen – hier spüre ich - manch weh und ach! – Der Zahn der Zeit fraß manche Beute, - auch sehr viel schönes konnt’ man sehn – wird nun gepflegt von neuen Leuten, - die jetzt auf unseren Wegen geh’n! Man hat uns herzlich aufgenommen - und öffnete uns jede Tür – zu schnell ist da die Zeit verronnen, - hätt’ ich die Wahl, - ich blieb noch hier! - Doch nun verlass ich diese Stätte, - zum zweiten Mal – doch ohne Gram, - nun schließt das Glied sich in der Kette – auf meiner langen Lebensbahn! – Ich sah, - was ich noch sehen wollte – und nun statt Mutters Augen sah, - weil sie es nicht mehr sehen sollte – wie’s heute ist – und früher war! – Ich bring die Nachricht ihr persönlich, – doch Gott allein bestimmt den Tag - bis dahin leb ich frei und fröhlich – weil ich das Leben einfach mag! - D. D. M. ,den 08.09.2009 

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