Lebensgefahr 
(von D.D.)
 
Es war schon immer mein Wunsch einmal einen Garten zu haben um mich darin zu betätigen. Da ich nun schon bereits einige Jahre verheiratet war und inzwischen bereits zwei Kinder hatte, war für uns der Zeitpunkt gekommen, nach einem geeigneten Garten Ausschau zu halten. Nachdem ich meine Erfahrungen mit Privat verpachteten Gärten gemacht hatte, entschloss ich mich, mich in einer Gartenkolonie der Stadt um einen Garten zu bemühen. Ich hatte Glück und wir bekamen eine gerade frei gewordene Gartenparzelle. Da dieser Garten, nur aus Sträuchern und unbearbeitetem Land bestand, war es für mich eine richtige Herausforderung den Garten neu zu gestalten. Die ganze Garten-Kolonie lag in einer sehr flachen Landschaft, an der der Neckar sein Flussbett nicht allzu weit von unserem Garten ausgebreitet hatte. Also was lag da näher, als einen Versuch zu machen um nach Grundwasser zu graben. Ich machte mich auch sogleich an die Arbeit und es dauerte nicht lange und ich konnte mein erstes Wasser für die durstigen Pflanzen aus einem etwa einen Meter tiefen Loch schöpfen. Natürlich hing da alles vom Wasserspiegel des Neckars ab und so war dann in den heißen Sommermonaten mein Wasservorrat schnell erschöpft. Also grub ich weiter und weiter, bis ich in einer Tiefe angekommen war, der auch in den heißen Monaten seinen Wasserspiegel sehr konstant beibehielt.
Was nun kam, war für mich nur noch ein Kinderspiel. Ich ließ eine Tonne mit vielen Löchern in das Loch gleiten, deckte das ganze ab und setzte eine Pumpe darauf an der ich ein Rohr mit einem Saugkorb befestigt habe. Nun wurde alles wieder zugeschüttet und waren wir von nun an unabhängig von den Launen des Wettergottes. Außerdem war das für unsere Kinder die schönste Freude im Sommer, aber auch ich hatte nach getaner Arbeit eine herrliche Erfrischung für den Körper. Aber ein Garten ohne eine Gartenhütte, ist doch auch nur eine halbe Sache, noch dazu wenn die Kinder klein sind und die Sonne erbarmungslos herunter brennt, sowie die ganzen Sachen die man so in den Garten mitnimmt, sie sollte man doch auch irgend wie verstauen. Also was blieb mir anderes übrig, als eine Gartenhütte zu bauen. Gesagt, getan. Es dauerte nicht lange und es stand eine, wenn auch nicht komfortable, aber immerhin eine Gartenhütte da. Aber wie es eben so ist, wenn wenig Geld zur Verfügung steht und immer wieder neues Material gebraucht wird, geht man eben auf die Suche und genau das tat ich auch. So auch an diesem besagten Tag, der nicht so verlief, wie ich es mir vielleicht noch am Morgen erhofft hatte. Ich hatte Mittagspause im Geschäft und unsere Pause bestand aus 45 Minuten, also Zeit genug einen kleinen Ausflug an den nahen Neckar zu machen. So gelangte ich auch an eine Röhre die unter der Straße verlief und in den Neckar mündete. Durch diese Röhre, die als Abwasser oder Fabrikwasser Endsorgung diente konnte man von beiden Seiten hindurch sehen, so dass ich zu meiner Überraschung eine schöne lange Dachlatte stehen sah. 
Vor lauter Freude, kroch ich in gebückter Haltung in die Röhre hinein, um mir diese schöne Latte an land zu ziehen. Die Röhre war natürlich mit etwas Wasser, beziehungsweise schlammigem, glitschigem, schmierigem und stinkendem Gemisch ausgestattet, so dass mir es Schwierigkeiten bereitete, ohne nasse Füße mein Ziel zu erreichen. Als ich mein Ziel erreicht hatte, merkte ich, dass diese schöne Latte in einem tiefen Schacht stand, der wohl die Aufgabe hatte, allen Unrat zu sammeln, bevor er in den Neckar gelangt. Ich wollte die Latte gerade ergreifen, da war es auch schon geschehen. Ich weiß nicht wie, aber wahrscheinlich bin ich durch den glitschigen Schlamm ausgerutscht und so fand ich mich bis zum Hals in einer glitschigen und stinkenden Brühe wieder. Ich ergriff die Latte und umklammerte sie krampfhaft. Voller Panik versuchte ich aus diesem Schlammschacht heraus zu kommen, aber alles war so rutschig und glitschig, das ich keinen festen halt an den Seiten bekam, alles mögliche schoss mir durch den Kopf, ich geriet in Panik und was ist wenn ich hier nicht heraus komme, wer soll mich hier finden und selbst schreien hätte kaum einen Wert, denn wer sollte sich auch in einer Mittagspause hierher verirren? Sollte es das vielleicht schon gewesen sein? Ich weiß nicht mehr was mir alles noch so durch den Kopf ging, aber ich wusste nur, wenn ich hier heraus komme, kann ich auf alle Fälle so nass und stinkend nicht zurück an meinen Arbeitsplatz gehen. Voller Angst und Panik, stützte ich mich auf diese Latte und konnte mich so über den Rand des Loches hangeln und meinen nassen schweren Körper aus dem Loch stemmen. Ich möchte nicht daran denken, was passiert wäre, wenn die Latte gebrochen wäre! – Auf alle Fälle gelangte ich triefend und stinkend in die Freiheit die mir wie eine Wiedergeburt vorkam. Doch nun kam ja noch eine sehr heikle Aufgabe auf mich zu, denn ich musste ja noch in meinen Betrieb und das in diesem Zustand. Es half alles nichts, ich musste diesen Weg gehen, aber auch hier hatte ich Glück, den die Mittagspause war bereits vorbei und alle waren bereits an ihren Arbeitsplätzen, so das ich ungesehen den Umkleideraum erreichte und an meinen Schrank konnte um mir den Autoschlüssel zu holen. Mit ein paar Handtüchern verschwand ich so schnelles ging zu meinem Auto und breitete diese auf dem Sitz aus und fuhr auf dem schnellsten Weg nach hause. 
D.D.
 
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