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Zwischenfall in der Wilhelma ![]() Es war die Zeit, als Deutschland noch in Ost und West getrennt war und der Besuch von Ostdeutschland in den Westen fast ausschließlich nur Rentnern vorbehalten war. So freuten wir uns natürlich alle sehr, als meine Schwiegermutter ihr Rentenalter erreicht hatte und somit auch den Besuch zu uns in die Bundesrepublik genehmigt bekam. Die Wiedersehensfreude war natürlich für alle groß und so taten wir, was in unseren bescheidenen Möglichkeiten stand, um ihr den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich zu machen. Was wir im Einzelnen unternahmen, ist mir heute nicht mehr möglich es zu rekonstruieren, aber ein Erlebnis bleibt mir unvergessen. Es war ein schöner Tag, die Kinder waren noch klein und so bot es sich an, einen Ausflug nach Stuttgart in die Wilhelma zu machen. Die Wilhelma ist für die, die nicht aus unserer Region stammen, unser größter Tier und Pflanzen Park und somit für uns alle immer wieder ein Tag voller neuer Eindrücke und vielen Überraschungen. Also machten wir uns auf, luden Kinder und Oma in unser Auto und machten uns auf den Weg. Es war für uns keine große Entfernung und so hatten wir auch schon bald unser Ziel erreicht. Fast alle Parkplätze der Wilhelma waren bereits schon an diesem frühen Tag besetzt und wir mussten doch noch ein ganzes Stück fahren um einen freien Parkplatz zu ergattern. Es war fast das Ende der Parkplatzanlage als wir noch einenen freien Platz ausmachen konnten. Der Platz war nicht gerade ideal, aber bei diesem Mangel an Plätzen, hatte man keine große Auswahl , so dass wir froh waren, endlich unser Ziel erreicht zu haben und uns dem eigendlichen Vorhaben widmen zu können. Aber ich kam erst gar nicht dazu mein Auto richtig in Position zu bringen, da sah ich auch schon, drei oder vier Leute über die steil abfallende Anlage in meine Richtung rennent, hinter einem Mann her zu laufen und rufend und wild gestikulierend auf sich aufmerksam zu machen. Als ich die eideutige Situation erkannte und sah, dass die Verfolger keine Chance mehr hatten, den davon rennenden zu erreichen, musste ich sofort handeln. Ich sprang sofort aus dem Wagen und wollte zu einen Spurt ansetzen, als ich merkte, dass ich an einem nach hinten abfallenden Gefälle geparkt hatte und noch nicht die Handbremse angezogen hatte. Da ich aber bereits das Auto verlassen hatte, begann sich der Wagen langsam nach hinten zu bewegen, mit samt seinen Insassen. Sofort sprang ich wieder in das Auto und konnte noch rechtzeitig die Handbremse anziehen, ohne das es zu einem Schaden gekommen ist. Inzwischen konnte der Mann den Vorsprung von seinen Verfogern enorm vergrößern und da außer mir kein anderer Mensch weit und breit zu sehen war, wäre die Verfolgung ohne Erfolg verlaufen. Also rannte ich so schnell ich konnte um diesen Menschen noch einzuholen, obgleich ich überhaupt nicht wußte, warum und weshalb der Mann überhaupt verfolgt wurde. Es musste ja ein wichtiger grund sein, wenndrei bis vier Leute einen Mann jagen, auch hörte ich wie man mir immer wieder zu rief: haltet ihn, haltet ihn - also rannte ich so schnell es ging. Ich weiß nicht wie lange der Mann nun schon gejagt wurde, jedenfalls ließen seine Kräfte wohl etwas nach und der Abstand wurde zwischen uns immer kleiner, bis ich plötzlich bereits sein Schnaufen und Atmen warnehmen konnte. Mit einem Sprung warf ich mich auf ihn und riss ihn zu Boden, drückte ihn fest auf die Erde und versuchte ihn so in der Bauchlage zu halten. Da sah ich auf einmal eine sehr lange Scheere in seiner Gesäßtasche, und nun wurde mir erst eimal bewust, dass er ja vielleicht auch noch ein Messer oder gar eine Waffe haben könnte, aber alles überschlug sich und ich konnte auch garnicht einen richtigen Gedanken zu Ende denken, denn in zwischen waren auch hecheln und pustend die anderen Verfolger eingetroffen und nahmen den Verfolgten in ihre Obhut. Nun erst erfuhr ich den Grund der Verfolgung, denn es stellte sich heraus, dass es ein Amerikaner war, der versuchte Autos auf dem Parkplatz aufzu brechen. Also war diese lange Scheere wohl sein Einbruch-Werkzeug, nehme ich mal an. Voller Stolz wurde der Beschuldigte nun mit den Händen auf dem Rücken abgeführt. Für mich war nun der Fall erledigt, und ich wurde deshalb auch zur Nebensache. Also ging ich wieder zu meinem Auto zurück , wo bereits meine Frau, Schwiegermutter und meine Kinder warteten. Nun musste ich erst einmal den Vorfall wiedergeben, denn das ganze Geschehen spielte sich ja etwas entfernter von dem geparkten Auto ab, so dass sie nicht alles mit verfolgen konnten. Als nun endlich die Neugierde befriedigt war, konnten wir uns endlich dem schöneren und eigendlichen Vorhaben zuwenden, nämlich den Besuch in der Wilhelma! --------------
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