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Hier kommt der Zulu - Neger ![]() ![]() Geschrieben und vorgetragen für Kurt Heinisch zum 60. Geburtstag In Bodswana - Afrika, - Trommel sprechen laut und klar - weißer Mann und großer Jäger, - weit bekannt bei alle Neger ! - weil wenn Frühling in Savanne - kommen in Etoschapfanne - Mister Heinisch mit Gefolge, dann aus große schwarze Wolke ! - Machen dann Station bei Farmer, - weißer Mann bestimmt kein armer - bringen Büchse, Schrot und Geld, - beste Mann von ganze Welt ! - Darum kommen ich als Bote, bringen Glückwunsch von Kojote - Häuptling - Groß, von Walfisch - Bay, sagen heute alles frei ! - "60" lange Regenzeiten, weißen Jäger schon begleiten - der jetzt ohne schwarzen Orden, alt wie Mamutbaum geworden ! - Deshalb schicken Häuptling Groß, mich als Barfußläufer los, - außer Glückwunsch von den Horden, bringen großen Zulu - Orden ! Du mußt tragen stehts auf Haut, auch wenn schlafen Du mit Braut - Zauberwort und Zauberkraft, - Dir jetzt helfen Tag und Nacht ! - Weil jetzt Mann auf altem Fuß, einfach Hilfe haben muß - sonst Gefahr, - sagt Häuptling - Groß, - Mister - schöne Frau schnell los ! - Weiser Spruch von Neger sagen, alles können Frau ertragen, - nur nicht wenn sie jung und heiß, - jetzt muß schlafen schon mit Greis ! - Häuptling weiß, - bei aller Liebe, - Aug' von Mister jetzt schon trübe, - brauchen Glas schon mit Gestell, sonst nicht schießen mehr ein Fell ! - Ohren klein - von Mister sind, kann nicht drehen gegen Wind, - merken nicht wenn Fuchs und Gnuh, lange Dir schon schauen zu ! - Hand von Mister auch schon zittern, - Tiere in Savanne wittern, - stolz noch tragen Du Gewehr, - aber treffen fällt schon schwer ! - Auch schon Zahn - im Mund von Jäger, wackeln, oder hängen schräger - und wenn beißen Fleisch und Fisch, - Zähne fallen dann auf Tisch ! - Und auf Kopf von Mister - still, - jetzt kein Gras mehr wachsen will - Gras jetzt trocken, - Gras jetzt schreit, - wann wird kommen Regenzeit ! - Auch in Kopf, - gleich unter Gras, - Boden zwar noch etwas naß, - aber sonst in Kopfes Winden, außer Feuchtigkeit, - nichts finden ! - Häuptling Groß, - jetzt hat Erbarmen, schon mit weißen Jäger - armen, - sagt: Du nicht mehr länger leiden - und in kalten Land da bleiben ! - Ich Dir schicken obendrein, jetzt noch großen weißen Schein, - diesen zeigen dann Kontrollen, wenn Du nach Namibia wollen ! - Du dann großer Ehrenmann,- wenn Du kommen bei uns an, - alles gratis, - Essen Trinken, wollen Liebe, - Du nur winken ! - Frauen hier, - mit Brust wie Ziege, - wollen ganzen Tag nur Liebe, - Hintern groß, - wie Nashorn - Po, - wollen machen Mister froh ! - Brauchen nicht mehr bringen Frau, - angezogen so wie Pfau, - Frauen hier in unserem Trakt, - ganzen Tag nur laufen nackt ! - Dann auch Du bist Zulu - Mann, nehmen jetzt Geschenke an, - sollen bringen für Dein Leben, - Kraft, Gesundheit und viel Segen ! - Ich gesammelt Wundermittel, - davon nehmen nur ein Drittel, - weil bei großem weißen Mann, Medizin sonst schaden kann ! - Für Motor in Brust, - wenn streiken, - Du mußt Pulver schnell bereiten, - Blütenstaub von Sonnenhut, - trinken, - Motor wieder gut ! - Kalmus-Wurzel, - gut für Augen, - daran lutschen, oder saugen, - wenn mit "100" Du noch lesen, - Mittel dann ist gut gewesen ! - Affenmilch, - warm angerührt, - damit werden Frau verführt, - reibst Du ein, Gesäß und Lenden, - tragen Frauen Dich auf Händen ! - Nashornpulver, - fein gerieben, - bestes Mittel vor dem lieben, - nicht zuviel, - sonst Frau kriegt Schreck, - laufen dann vor Mister weg ! - Sollten Mittel schlecht Dir munden, - ich noch Beeren hab gefunden, - letzte Hilfe dann in Not, - einfach schlucken, - fertig - tot ! - Beeren Du mußt hüten gut, - damit Frau nicht finden tut, - denn wenn fliegen große Scherben, - denken Frauen gleich an erben ! - Aber Du jetzt klar noch denken, - alles schwarzem Mann gleich schenken, - denn Du wissen, - schwarzer Mann, - kleine Hilfe brauchen kann ! - Doch Du Jäger, - wenn auch alt, - geh'n noch jeden Tag in Wald - und wenn Hund auch noch so klagt, - Du ihn tragen jetzt zur Jagt ! - Aber bald, - sagt Häuptling - Groß, - geh'n es auch bei Mister los - und Du brauchen schwarzen Mann, - der zur Jagt Dich tragen kann ! Ich Dir bieten, - bittesehr, - ich Dich tragen samt Gewehr - und wenn treffen Warzenschwein, - ich noch tragen obendrein ! - Botschaft ich jetzt hab gebracht, - muß zurück noch heute Nacht, - laufen viele Monde lang, - bis ich in Ovamboland ! - Jetzt ich wünschen allen weißen, - viel zu trinken und zu beißen - und wenn Zeit, - dann denken drann, - nicht vergessen, - schwarzen Mann ! - von D. D. den 30.01.1995 zum 60. Geburtstag (Geschrieben für Walter Bort) Ist jemand 60 Jahr geworden, kriegt automatisch er einen Orden - so will’s der Brauch, - so will’s die Sitte - und mancher auch aus dieser Mitte ! - So sagte ich mir – insgeheim, - warum soll’s bei Dir anders sein - und fing ganz langsam an zu denken, - welch Orden könnt man Dir wohl schenken ? - Denn jemand, der so ist wie Du, - dem stünden tausend Orden zu - drum war’s auch ganz besonders schwer, welch Orden nun der richtige wär ! - Vielleicht der Orden für die Treue? - oder für Sparsamkeit – aufs Neue? - Vielleicht ein Orden für Humor, - oder für Freundlichkeit – zuvor? - Für Kraft durch Freude, - oder so - vielleicht wärst Du darüber froh? - oder für Pünktlichkeit und Fleiß, - oder für’n schönsten Mann im Kreis? - Vielleicht ein Orden, - so mit Stern - denn diesen hat doch jeder gern ! - So fände ich jenen auch nicht minder, - den Orden für die schönsten Kinder! - Auch jener wäre hier angebracht, für Fleiß und Wachsamkeit bei Macht – so wäre auch der in manchem Sinne, den Orden für die schönste Stimme ! – Fürs Putzen, Kochen, Betten machen, - sowie noch über Enkel wachen – und Schuppen bauen, Garten graben, - dafür könntest Du ein Orden haben ! – Für Deine Liebe zur Natur, - sowie ein edler Tropfen pur – und Hilfsbereitschaft, - Tag und Nacht, - wäre schon ein Orden angebracht ! – Doch leider kann man Dir im Leben, - nur einen zünftigen Orden geben, - den sollst Du nun von mir erhalten, - das ist der Orden für die „Alten“ ! – Den hast Du heute Dir erworben – drum trag ihn stolz, - den schönen Orden, der so begehrt von Jedermann – und den sich niemand kaufen kann ! – Du hast erreicht, - das stolze Alter - wo jeder denkt: oh mein Gott Walter, - wo sind die Jahre, - wo die Zeit - dass man Dir so was heut verleiht ! - Doch lass sie denken oder reden Du wirst mit diesem Orden leben, auch wenn er heute Dir missfällt, - er bleibt Dir treu, - auf dieser Welt !- Er steht als Zeichen, - stets für Dank, - für Kampf und Stress, ein Leben lang – sowie Verlass, verzicht und Treue – und endlos Liebe, - ohne Reue ! – Doch auch für manche kleine Schwächen, will unverblümt er zu uns sprechen – weil schon an Hand der Lebensdauer, - zur Freude oft noch kam die Trauer ! – Wo Du als Mann vom großen Stern – von dem Du jetzt bereits so fern, - der größte warst, - von all den kleinen – nur mit zu kurz gerat’nen Beinen ! – Doch manchmal, - wenn Du rot vor Wut – es in Dir kocht und brodeln tut, - so dass die stark geballte Kraft – mit einem Brüller Luft sich schafft ! – Dann laufen alle wieder rund – und unser Walter ist gesund, - der Puls normal, - das Herz in takt – gerettet vor dem Herzinfarkt ! –
Dreh jetzt nicht durch, vor lauter Freud – als würdest Du gerade dreißig heut, - zwar stimmt’s zum Teil – klingt’s auch fatal – nur leider schon zum zweiten mal ! –
So bist Du heute, - Du verzeihst - genau genommen, leicht vergreist – und zählst somit an hand der Jahre – zum Club der stark pikierten Haare ! –
Das soll Dich weiter nicht belasten, damit die Hüften und der Ranzen nicht gänzlich aus der Reihe tanzen ! –
Du willst ja schließlich - auch ergraut - noch, das mit Neid man auf Dich schaut, - denn nichts erquickt die Seele mehr als schaut ein Girl Dir hinter her ! -
Das baut Dich auf - das gibt Dir Kraft - da steigt noch mal der träge Saft – und quält sich durch den engen Schlauch, - hinunter bis zum Hängebauch ! – Hier wird er freilich leicht verweilen und erst einmal die Lage peilen – ob sich auch lohnt die Plagerei – oder doch wieder nur ‚ne Übung sei ! - In diesem Fall – und Gottes Segen, - könnt sich vielleicht noch etwas regen verführ deshalb kein Kriegsgeschrei , - so schnell wie’s kommt, - ist’s auch vorbei ! – Und auch der Po, - so rund und schön, hat bessere Zeiten schon gesehen – was rosa rot, geformt und glatt, - gleicht heute einem Faltenblatt ! – Dazu die Waden – deine beiden, was müssen die zur Zeit wohl leiden – wo sie einst waren prall und schier, - mit all den Haaren eine Zier ! – Zerrupft, zerfetzt und abgestoßen, durch all das scheuern in den Hosen – dazu durchziehen dick und blau, sich Schläuche hin zum Aderstau ! – Doch auch Dein Bauch – des Mannes Stolz, - war rank und schlank wie Fichtenholz – und eine Wohltat für den Schneider und eine Zierde für die Kleider ! – In all den Jahren, - unterdessen, was hast Du da zusamm – gefressen – dass Du vor lauter Essenslust, heut Hosenträger tragen musst ! - Auch mancher Zahn – einst weiß und schön – hat seine Brüder ziehen sehn, bis es ihn trifft, hält er sich noch – mal rechts, mal links, an einem Loch ! – Und Deine Haare – voll und straff – sie wuchsen kräftig, - wie beim Aff’ – doch heute treten sie im Chor – nur noch aus Nas’ und Ohren vor ! – Auch Leber, Gicht, Cholesterin, - sowie die Flocken im Urin – sind Zeichen die man nicht gern nennt – doch die Renate längst schon kennt ! – Von Gallen – oder Nierensteinen Durchblutungsstörung in den Beinen von Hämorrhoiden – Walmuss groß und braunen Flecken in der Hos’ ! – Vom Haarausfall, - Gedächtnisschwund – von Falten – nicht nur um den Mund – vom großen schwinden der Hormone nicht nur aus erogener Zone ! – Auch von dem trüben Augenlicht, da reden wir am besten nicht – sowie dem Blutdruck und dem Zucker – sie waren noch nicht der letzte Rucker ! - Vieles wär’ noch zu erwähnen, - doch dann kämen wir ins gähnen – denn es spürt hier schon manch Gast selber seine Alterslast ! – So gesehen – könnt man sagen, lässt Dein Los sich gut ertragen – und bewegst Dich nun ganz leise, schon im allerbesten Kreise ! – Deshalb – lass Dir heute sagen, stell nicht lange dumme Fragen – denn in 60 langen Jahren, ist Dir vieles widerfahren ! – Hast manch Sturm schon überwunden, der noch fester Euch gebunden – und Dir Halt und Kraft gegeben, für ein schönes langes Leben ! – Und der Lohn für Zeit und Raum, kann man hier im Raume schauen – eine Frau die Dich verehrt – und vor Liebe sich verzehrt ! – Auch der reiche Kindersegen – formte doch Dein ganzes Leben, - jeder spürt’s – und glaubt zu wissen – nie möchtest Du davon eins missen ! - Warst stets Vater, Freund und Mann, der viel weiß und alles kann bei Bedarf – sofort zur Stelle, - stets ein Mann für alle Fälle ! – Haus und Wohnung – Schutz für alle, - stehen bereit in jedem Falle – und durch bitten um Quartier, öffnet sich des Herzens Tür ! – Du hast alles – obwohl nicht leicht, - hier im Leben schon erreicht – so gesehen , - allgemein – müsstest Du heut hundert sein ! – Doch ich weiß – und glaub daran, dass in 40 Jahren dann – wir uns treffen, - irgendwo – ohne Leiden, - frisch und froh ! – Darauf stoßen wir heut an – und mit mir wohl jedermann – jeden trifft’s mal – Dir zum Trost, - darauf lasst uns trinken – Prost ! – Autor D. D. 21.07.1995 ------------------- Emil Baumann zum 60. Geburtstag In Bessarabien, - der tiefesten Provinz, - am Schwarzen Meer, ganz unten links, - da tat's ein Schlag, ein zittern, ein beben - und Emil Baumann trat ins Leben ! - Dies alles geschah, es belegen die Zahlen - am heutigen Tag, - vor 60 Jahren - die Eltern war´n sprachlos, die Hebamm´ verschrocken, da lag er nun da, ohne Hemd, ohne Socken ! - Das Maul riß er auf - und fing an zu schrei'n - ja will mich denn keiner von der Schnur da befrei'n ! - Und Durst hab ich mächtig, das werd' Ihr verstehen - denn die letzten 9 Monat' hab' ich kein Tropfen gesehen! - Die Mutter packt aus, - reicht die Brust Ihm zum trinken, da schreit er entsetzt,wollt Ihr mich jetzt schon linken? Ich brauch jetzt 'ne Halbe, 'n Wein und 'nen Haxen - und hört endlich auf mit den albernen Faxen ! - Und wie er so daliegt, - den Blick starr zur Decke - da sagt er zum Vater :" Dein Plafond hat Flecke "-! Hol Farbe und Pinsel, - es wird langsam hell - den werden wir streichen,- wenn's geht ziemlich schnell! - Denn ich bin der Emil, - ein Baumann, - ein kleiner und wenn alles gut geht, dann werde ich Schreiner ! - Jetzt muß ich schnell wachsen, das müßt Ihr begreifen, denn die Welt die braucht Schreiner zum hobeln und schleifen ! - Doch kaum konnt er laufen,da ging es schon los - mit Hammer und Säge und verschissener Hos` - zu schaffen und wergeln - und das ohne Ende - vergriff er sich täglich an Tisch und an Wände ! - Die Eltern sie rannten zur Kirch `um zu klagen, - warum hast Du uns mit dem Bub so geschlagen,- ach gib uns ein Zeichen, wir werdn's nicht verwerfen - oder schick Ihn nach Urbach, um andere zu nerven ! - Der Herr hat erbarmen - und sieht Ihre Nöte - und kennt auch den Emil - die hecktische Kröte ! - So kommt die Erlösung mit rund 18 Jahren, er zieht in die Welt um mehr zuerfahren ! - Doch das Leben ist grausam und die Mädchen noch spröde, der Trieb der wird stärker - und die Suche sehr blöde - wie soll das noch werden, ich kann kaum noch denken, wo bleibt nur die "Eine", die Ihr Herz mir wird schenken! - Da trifft er Irene,- ein Mädchen vom Lande - mit der er verknüpfte manch zärtliche Bande, - doch schnell wie er war, zerstreut und zerfahren - vergaß er den Rückzug, aus den wolligen Haaren ! - So wurde Irene, die Frau dann für's Leben,- aus Dank und Verzweiflung tut er jetzt an Ihr kleben - drei Töchter die wurden das Zeichen der Liebe, von da an beherschte er all seine Triebe! - Dann kam der Verein , so mit wandern und laufen - und als krönender Abschluß - in die " GEA " zum saufen - doch bald sah ein jeder der Mitglieder ein, nur Emil soll jetzt unser Vorstand hier sein ! - So wurdest Du Vorstand und Vorbild für alle, trotz Arbeit und Vorlauf und sonst mancher Falle. - Du gabst dem Verein Deine eigene Note, - und ging mal was schief, brach'st Du's wieder ins Lote ! - Auch gehst Du gern Kgeln, schiebst oft alle " Neune " - und dann nach drei Halbe - da kommen die Träume - dann träum'st Du vom Rennsteig und durchlaufnen Sohlen - vom Flug dann nach Zypern um Uhren zu holen ! - Vom Mosten und Brennen, von Creilsheim und Schlachten, von Hamburg mit Altstadt -um Fleisch zu betrachten- von großen Portionen - Rostbraten und Ente - und ganz im geheimen, - schon lang von der Rente ! - Du bist halt ein Kenner und Könner vor allem , in Holz oder Strom, in Stein oder Schellen - und weißt immer Rat, - und kennst jede Masche - und erkennst schon den Inhalt, - am Glas einer Flasche ! - Stets warst Du ein " Bahner" , mit Laib und mit Seele - doch das ist Geschichte, - genau wie die Zähne - die hast Du verloren, trägst stolz schon die andern,- genau wie die Brieftasch` mit Inhalt, beim wandern ! - So wurd'st Du jetz 60 - und konntest nichts machen, - Du möchtest noch manches - und wirst es nicht schaffen - hegst Wünsche und Träume , die erfüllen sich nie - denn Du bist jetz kein "Alter",Du bist ein "Grufti" ! - So kommen nun täglich - mal wenig mal mehr, die Weh - Weh - chen aus heiterem Himmel daher - und der Docktor ist glücklich und weiß ganz genau - Du bleibst mir als Kunde - genau wie Dei' Frau ! - Nun treten die Schwächen ganz offen zu Tage - und bald merkt es jeder - und das ohne Frage - Du willst sie vertuschen, verleugnen, verdrängen - und merkst es schon selber - "Er" fängt an zu hängen ! - " Er " will nicht gehorchen, macht steht's was er will - da hilft auch kein streicheln, da hilft auch kei' Brill' - keine Selleri, kein Knoblauch, kein " Okasa - Brutal " - " Er " macht keinen Zucker - es ist eine Qual ! - Doch eins wächst noch bei Dir - im großen und ganzen, das sind Deine Haare, - sowie auch der Ranzen - die Haare, - das weiß man, - sie leben vom Wasser , - der Ranzen - von Braten, von Torten und Kassler ! - So wird er steht's größer - zieht sich in die länge - für Dich sind's nur Muskeln sowie Samenstränge - die hegst Du und pflegst Du, es ist kaum zu glauben, als wolltest Du jemand die Unschuld noch rauben! - Auch merkst Du's am Auspuff - der ist in der Phase, das kaum er mehr stand hält dem drückenden Gase - so das ständig die Winde, mal laut und mal leise, die Räume durchziehen im häuslichen Kreise! - Doch soll'st Du Dich irren - so ganz unbeflissen, da hast Du im Nu Deine Hose verschissen - und Irene die arme, - muß bürsten und reiben - denn die Farbe ist kräftig, doch die Spuren sie bleiben! - Auch quält Dich die Prostata längst schon beim pinkeln - und suchst vor Verzweiflung die dunkelsten Winkel, - erst kommen drei Tropfen, - dann ist wieder Ruhe - die Hose blieb trocken, - aber nicht Deine Schuhe ! - Auch die Notdurft verrichtest Du nur unter Schmerzen - denn mit Hymorrhoiden wie Walnüß,-da ist nicht gut scherzen, - so trägst Du Dein Los in Demut und Stille - und verbringst Deine Zeit - meist im Klo auf der Brille! - Auch Ischias, Rheuma und Colesterin, dazu noch die Flocken im trüben Urin - die Artrose in den Knochen, der Kalk im Gebälk, die Augen schon trübe, die Haut grau und welk! - Die Kraft, das Gehör, der Geruch, der Geschmack - das alles ist lange bei Dir schon im Sack! - So ist es kein Wunder, das der Arzt im O P, gesagt hat zur Schwester, - ich glaub der ist he! - Doch die Schwester ist Kenner und sagt nur zum Dock - das ist doch der Baumann - der hat nur `n Schock - auf sei`m Nachttisch da steht noch`n Viertele Wein - und bevor das nicht leer ist, - kriegt man den auch nicht klein ! - So hat man Dein Körper zweimal aufgebrochen, man suchte nach Blinddarm und Bruch in den Knochen - und holte heraus - so im großen und ganzen, 10 Kg Ballast aus dem mächtigen Ranzen ! - Drei Wochen Ruhe, bei Schwester Madlene - sowie die Kontrolle von Gattin Irene, hat Dein Blutdruck gesenkt und die Pfunde genomme und als halbe Portion dann nach Hause gekommen! - Die Wohnung war leer, die Cauch auf der Gasse, - der Geburtstag verhunst - und Schmerzen in Masse - kein Garten gegraben, keine Weinprob` genossen, kein Fenster im Vordach - und Gicht in den Flossen! - So verbracht`s Du die Weihnacht mit gemischten Gefühlen, zusamm` mit Irene auf klapprigen Stühlen - und träumtet von Sesseln, von ledernen Kissen - und sehntet Euch sehr - nach der Couch - der verrißnen! - Doch was weg is,-ist weg - und kommt nicht mehr wieder, - das weis auch Dei` Hand, - denn der fehlen zwei Glieder, grad` jetz so im Alter, ich wag`s kaum zu sagen - da könnt`ste zwei Glieder bestimmt gut vertragen ! - So ist halt das Leben - und wird wohl auch bleiben, erst hat man das Sach - und kann`s nicht betreiben - und wenn man dann Zeit - und auch Muße noch hätt, - da ist meist - wie immer - tote Hose im Bett! - Doch Du brauchst nicht zu klagen, denk immer daran, schon am morgigen Tag ist ein anderer dran - dann wirst Du wieder lachen - stehst über den Dingen - und kannst aus Erfahrung ein Lied davon singen!- Denn auch das Alter ist schön - Du wirst es erfahren - und Dich vor den Fehlern der Jugend bewahren, zwar machst Du noch Fehler - das finde ich toll - doch was Du auch tu`st - es nimmt Dich keiner für voll! - Du hast jetz die Freiheit fast alles zu sagen, nicht lange zu denken oder lange zu fragen - kann`st schalten und walten, - so wie Dir`s gefällt - kein Streß,keine Hecktik, - keine Bahn die dich hält! - Ließt am Morgen die Zeitung, bis Mittags um zehn - dann nimmst Du Dei`Stock - um auf`t Gasse zu geh`n, mach`st ein Schwätzle beim Hugo, - oder Adolf vieleicht - dann hast Du das meiste vom Tag schon erreicht! - Am Nachmittag legst Du Dich erst mal auf`s Ohr - und kommst zwischen drei oder vier wieder vor, dann schnapp`st Du Dein Hut - und sagst zur Irene, ich geh jetz zum Stammtisch, mach`s gut meine Kleene! - Am Stammtisch da hört Dich dann jeder von ferne, - ja früher, - was waren wir da noch für Kerle, - hab`n Weiber gestemmt - und acht Krüge gesoffen - und dann auf`m Rummel - noch in`s schwarze getroffen! - Wir waren die "Größten" und "Besten" von allen, - Du sagst es mit Stolz, - und tust schon leicht lallen - und dann auf dem Heimweg - zwischen neune und zehn, - da erklingt dann das Lied von der Lilli Marlen! - Und Irene Daheim, - die sitzt wie auf Kohlen - wenn er jetzt nicht bald kommt, - dann geh ich ihn holen - da stolper`st Du rein - und murmelst im steh'n, - ein Leben als Rentner - wie ist es so schön!- So wirst Du Dein Leben ab Morgen genießen - und den Morgen und Abend - mit`ner "Halben" begießen - das Fernsehprogramm schon beim Frühstück durchsuchen - und `ne Werbefahrt dann mit dem Bus sofort buchen ! - Die Blumen schnell hacken, den Sand noch mal sieben, dann wieder in`s Haus - um die Mutti zu lieben - und wenn dann noch Zeit bleibt - in Deinem Programm, - dann probiers halt noch mal,- vieleicht klappt es dann!- Ab Morgen da geh'st Du Dei'm Weib auf die Nerven, wirst öffter mit Ihr um 'ne Kleinigkeit zerfen - und wo Du auch hingehst und was Du auch machst - Du wirst für Sie lästig - schon morgens um acht ! - Trinkst Du morgens ein Bierchen, weil der Durst Dich grad quält oder schnappst Dir Dein Auto, weil Dir irgend was fehlt - nimmst Dein Händy vieleicht - um paar Kumpel zu hören, - schon goscht Deine Alte - darauf kann'ste schwören ! - Doch daran gewöhn'ste Dich unheimlich schnell, - bis'te trotzdem mal traurig - oder juckt Dir das Fell - dann schleich Dich in Dein Garten, nim einen zur Brust - so vergißt Du den Ärger, den Knatsch und den Frust ! - Hau Dich auf die Pritsche - bis die Ohren Ihr klingen - und denk an den Götz noch - von Berlichingen - dann geht's Dir gleich besser, fühlst Dich wieder frei - denn in 50 Jahren - Emil - da ist alles vorbei ! - - P R O S T - Geschrieben für Emil Baumann den 29.11,1996 ------------ -----------![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Uschi ich weiß, - Du willst es nicht hören, - aber ich sage es trotzdem - und es soll Dich nicht stören - und außerdem wissen es alle schon lange, -
Du bist heute "60", - drum hab keine Bange! - Wir sind ja jetzt bei Dir - Du brauchst nicht verzagen, - denn die meisten von uns, haben's auch überstanden - und auch Du wirst nicht gleich auf der Müllhalde landen! -
Denn Du trotzt noch vor Kraft - und bist sehr mobil, - Du hast alles im Griff - und erreichst jedes Ziel, - schwingst am Abend den Besen - nach Laune und Lust, - vergisst dabei Ärger, die Sorgen, den Frust! -
Bist noch sehr atraktiv - und kommst noch gut raus, - ein bischen gefärbt - doch was macht das schon aus, - hast die Liebe durchkostet - und die Männer studiert, - manch Reinfall erlitten - und nochmal probiert! -
Du lebst nur für andere - und denkst nicht an Dich, - drum machst Du im Leben, nur selten ein Stich, - Du bist zwar nicht dumm, - aber empfindlich wie'd Sau, - ich darf das ja sagen, - genau wie meine Frau! -
Bist sauber und häuslich und hast auch Niveau, - bist fleißig, verläßlich, geschieden und froh! - Hast das Leben durchkostet, - mit Höhen und Tiefen, - manch Tränen vergossen, - wenn andere schon schliefen! -
Doch läßt Du die Jahre Revue mal passieren, - so wirst Du manch Wermuts - Tropfen noch spüren, - schon mit der Geburt, ging das Glück Dir verloren - denn schon damals da wurest Du als "Zweite" geboren! -
Du merktest sehr schnell, - ich muß einfach wachsen - deshalb hast Du heut auch die längeren Haxen! - Und das Ingrid so klein blieb, - das muß ich Euch sagen, - Du hast ihr mit dem Bleistift - auf dem Kopf rum geschlagen! -
Du verbrachtest die Kindheit im Dorf auf dem Schloß, - Du spieltest Prinzessin, - doch der Opa war Boß! - Hast Gänse gehütet, fremde Kinder betreut - und auch sonst Dich vor keiner Arbeit gescheut! -
Großeltern und Tante, - waren ein Stück Dein Begleiter, - ihr Verlust war zwar groß - doch das Leben ging weiter! - Auch den Vater, den mußtest Du früh schon entbehren, - blieb im Feld, - so wie viele, - sollte nicht wiederkehren! -
So gingen die Jahre und die Kindheit entschwand, - das Band wurde lockerer, was Euch noch verband, - im Schloß wurde es stiller, - manch Vogel flog aus - und suchte in der Fremde - ein neues Zuhaus! -
Dein Leben wurde härter, - denn die Lehre begann, - als Verkäuferin standest Du nun täglich dein Mann! - Ein Zimmer in Waren - und weg von Zuhaus, - ein Leben in Freiheit - das kostest Du aus! -
Doch plötzlich da spürtest Du ganz neue Triebe - und wußtest nicht recht - ist es Lust - oder Liebe? - Doch schon bald war es klar - und Du mußtest gestehen, - schnell her mit den Ringen, - sonst kommen die Wehen! -
Es hat noch geklappt - und Ihr wurdet vermählt, - die Liebe war groß, - und nur das hat gezählt! - Doch der Frank wollt nicht warten - und drängte dazu - und ab jetzt war's vorbei mit der himmlischen Ruh! -
Der Vater konnte stolz seinen Sohn nun begrüßen - und mit Liebe und Freude das Ereignis begießen! - So wurde nun getauft, gekämpft und gestritten - und zwischendurch wieder mal kräftig geritten! -
Doch schon bald vernahm jeder die freudige Kunde - und es meldete sich an, - der zweite im Bunde! - Doch wieder kein Mädchen - Sohn Thoralt ließ grüßen - und Dein Mann konnt es abermals kräftig begießen! -
Das war Dir zuviel, - da musstest Du passen - und hast kurz entschlossen, - den"Alten" verlassen! - Die Scheidung tat weh, - für Dich und die Kleinen, - es war nicht zum Lachen, - wohl eher zum Weinen! -
Die Zeit war nun schwer - und die Sorgen nicht minder, - da war Deine Arbeit, die Oma, die Kinder! - Das alles das hast Du geschafft und bestritten, - dabei ist Dir nichts aus den Händen geglitten! -
Doch Du warst noch so jung - und die Nächte so schwül - und die Betten so leer - und das Herz voll Gefühl! - So kam's wie es mußte - und jeder längst weiß, - Du wiederholtest noch einmal, - den gleichen Scheiß! -
Doch das Ende vom Lied, - es machte die Runde, - vom Mario - dem jüngsten - und dritten im Bunde! - Doch das Glück dieser Welt, - es läßt sich nicht fangen, - Ihr versuchtet es wieder - doch es ist nicht gegangen! -
Du machtest ein Schlußstrich, - es mußte wohl sein - und bliebst nun für Dich - mit den Kindern allein! - Das Annel, - es half noch mit all ihrer Kraft, - doch schon bald hat auch Sie - nicht mehr alles gerafft! -
So hattest Du wieder, - wir könn's nur erahnen, - ein Leben in Angst - und von täglichen Qualen! - Doch der Herr sah Euch leiden, - rief's Annel beim Namen - und Sie folgte gehorsam - und beschloß es mit Amen! -
Nun kam noch die "Wende" , - aber auch für Dein Leben, - das geld wurde knapper, - wie gei allen jetzt eben! - Du suchtest und fandest, - zum eigenem Zwecke, - 'ne kleinere Wohnung - und das gleich um die Ecke! -
Die Arbeit, die wurde nun auch neu gestaltet, - warst nicht mehr die jüngste - und das System war veraltet! - Man schickt Dich nach Stuttgart, - den Horizont zu erweitern, - das ging eine Weile - und mußte dann scheitern! -
Auch die Kinder, - die gingen bereits ihre Wege - und kamen Dir nicht mehr so oft ins Gehege, - so hat man Dich einfach, - noch eh Du's gedacht, - von heute auf morgen zur Oma gemacht! -
Deine Arbeit in Waren, - auch sie mußte weichen, - die konntest Du nur noch Per Auto erreichen, - doch auch das war nur kurz - Du konn'st es nicht fassen, - so hat man Dich halt in die Freiheit entlassen! -
Jetzt konntest Du endlich Dein Leben genießen, - gingst einmal auf's Amt, - um die Leute zu grüßen, - dann wieder nach Hause - mit lächelndem Mund, - wieder keine Arbeit, - aber Hauptsache gesund! -
Zwei Söhne verheiratet und einer noch helle, - dazu noch vier Enkel, - so ganz auf die schnelle - und wieder ein Umzug, - es war Dir ein Graus, - die endlosen Treppen - das hieltst Du nicht aus! -
Jetzt ist alles paletti, - Du hast alles im Griff - und was Du auch tust, - Du machst es mit Pfiff! - Den Tag teilst Du ein, - wie es Dir grad beliebt, - aber nur, - wenn Dir niemand Dein Wässerlein trübt! -
Gehst zur Müritz an Strand, - oder zur Promenade, - triffst vielleicht noch so'n Rentner - im Kaffe oder Bade - und Du spürst wie das Herz und das Blut sich bewegt - und sich plötzlich ein neues Gefühl in Dir regt! -
Spürst noch einmal das Leben - und weißt ganz genau, - ich bin heut zwar "60", - aber immer noch Frau! - So möcht ich Dir sagen, - nimm leichter das Leben - und so wirst Du Dir selbst - und auch anderen mehr geben! -
Ich wünsch Dir viele Jahre, - in Frieden mit allen - und daß Du am Leben noch findest Gefallen, - ich wünsche Dir Gesundheit, - alles Glück dieser Welt, - eine Hand die Dich führt - und ein Arm der Dich hält! -
Ich wünsche Dir heute, - für Deinen Tag nur das Beste, - eine gelungene Feier - und fröhliche Gäste, - ein Prosit für alle - und einen auf Dich, - Uschi, - Du bist heut zwar "60", - aber wir glauben es nicht! -
Mit den besten Glückwünschen zu Deinem 60. Geburtstag von Dieter und Ingrid
Miedelsbach, den 26.07.2003
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Erika zum 60. Geburtstag Vor 60 Jahren, - so steht es geschrieben, in Urkunden und Ausweis, sowie im Kalender der Lieben – das Wunder von Stetten ist damals geschehen, - man wollte es nicht glauben, - doch jeder wollt es sehen! – Ein Sommernachtstraum von Ludwig und Gretel, - erfüllte sich da, - nun kam endlich das Mädel – die Buben die waren von nun an verloren – und hatten nun täglich das Geschrei um die Ohren. – Auch der Name stand fest, - war sofort sonnenklar – und so taufte man die Kröte, - natürlich – Erika! – Nun drang dieser Name bei Nacht und am Tage, - durch Türen und Fenster und ward so zur Plage. – Keiner weiß mehr genau, was Dich damals bewegte, - ob Du schliefst oder tobtest, oder Dein Kinderbett zerlegtest – ob die Milch die Du trankst, - schon bereits kam aus Dosen – oder ranntest Du rum - mit verschissenen Hosen! – Kindergarten und Schule konnte man sehr schnell vergessen – denn Du hattest bereits andere Qualitäten besessen, - Du war wie ein Feger, - ein Wirbelwind, - eben doch wohl ganz anders, - wie jedes andere Kind! - So plätscherte die Kindheit auch nutzlos dahin, - Du spieltest und tobtest ohne tieferen Sinn, - doch manch Zeichen das konnte man früh schon erkennen – ob beim toben, beim spielen, - nur um zwei hier zu nennen! – So dachte manch Betrachter mit Wehmut und bangen, - an der ist doch ein Junge verloren gegangen! – Doch die Augen der Buben sehen scharf und genau – die ist nie ein Junge, - das wird eine Frau! – Doch das Vergnügen musste warten, - zu erst kam die Pflicht, das beschlossen die Eltern, - ob Dir es passte oder nicht! – So ging’s nach der Schule ins Leben hinaus, - doch Freude ist anders, - für Dich eher ein Graus! – Plötzlich standest Du da, - zwischen Würsten und Schinken – musstest immer schön lächeln, - obwohl Dir’s tat stinken, - ein wenig vom Aufschnitt - und etwas Gehacktes - und immer noch lächeln, - ne so was beknacktes! – Schnell erkanntest Du sämtliche Würste - mit Namen, - die langen, die kurzen, die krummen, die lahmen, - Tag täglich nur Würste, - und abends dann wieder, – das war Dir zu viel – und legtest sie nieder! – Mit Würsten da hattest Du nichts mehr am Hut – und stürzte Dich nun auf ein anderes Gut, - mit Kursen und lernen und Zahlenspiele – blieb doch wohl noch Zeit für manch andere Gefühle! – So geht halt das Leben seltsame Wege – und kommt mit der Liebe Dir so ins Gehege, - wirst plötzlich verstrickt zwischen Liebe und Wahn – und endet dann meistens - so wie im Roman! – Doch bei Dir wurde das Drehbuch anders geschrieben – Du bist mit zwei Kindern auf der Strecke geblieben, - als Witwe zu jung, - und doch plötzlich allein – das Leben ist grausam - und furchtbar gemein! - Nun gab es auch Sorgen und Nöte zu hauf, - doch Du bist ja ein Kämpfer - und gabst nicht gleich auf – Deine Eltern die standen Euch immer zur Seite – und waren im Schmerz - ein echter Begleiter! – Doch das Leben ging weiter – und Du warst noch so jung - hattest Ziele und Träume, eine Frau voller Schwung! – Deine Kinder die waren aus dem gröbsten zwar raus – aber immer noch bei Dir, - am Tisch und im Haus! – So vergingen die Jahre, es wuchsen die Kinder, - und die Betten so leer, - ob Sommer, - ob Winter, - doch Dein Herz das war schwer - und verhärtet wie Stein - und so ließ es auch keinen andern hinein! – All die Pflichten des Tages, die Arbeit, die Kinder – sie trockneten die Tränen, - und der Schmerz ward gelinder! – Doch so ist jedes Leid, - mit der Zeit auch verblichen – und das Glück kommt auch meistens - ganz leise geschlichen! Doch das Glück hat einen Namen – sah fast täglich Dir zu, - denn sein Name war Kurt - und noch Nachbar dazu, – denn auch er musste lange sein Leid still ertragen - wurde genau so wie Du, - auch vom Schicksal geschlagen! – Doch der Kurt ist auch Jäger - und er kennt sein Revier – kennt den Wechsel des Wildes, - direkt vor der Tür - und er ist auf der Pirsch, - hat ein feines Gespür – hat bereits schon im Auge, - ein besonderes Tier! – Er kennt die Gesetze, - der Natur ganz genau, - kennt die Brunft aller Tiere – so wie einer Frau! – Jeder ahnte es schon – und für viele längst klar, - die Falle schnappte zu – und ein Traum wurde wahr! Dein Leben nahm nun eine ganz neue Wende, - denn der Kurt nahm es jetzt, - sofort in die Hände – damit war die Freiheit für Dich auch zu Ende, – Du fügtest Dich drein, - somit Stress ohne Ende! – Ein neues Kapitel wurde nun aufgeschlagen – und schlug Dir zu weilen doch oft auf den Magen, - auch der Kinderwunsch war - so wie so - längst tabu – dafür kam stattdessen ein Hund noch dazu! – So habt Ihr in zwischen drei Hunde verschlissen, - manch einer würde sagen, - ins Gras gebissen – der Stress war zu groß - wohl für Falk und auch Pax – und Schuld war wohl nicht bloß das Teletak! - Nur Axel der 4., - größtes Schlitzohr der Welt, - versorgt Euch nun beide – und bumst jetzt für Geld, - nur sein Herrchen ist traurig und denkt so für sich – ich hätte jetzt Zeit, wäre ein Job so für mich! – Jedes Fest läuft erst rund, - wenn man Dich dort erblickt – Deine Heiterkeit hat schon fast jeden beglückt, - Du versprühst gute Laune um Dich weit und breit, - und bist dennoch für jeden Blödsinn bereit, – Ein Verein ohne Dich, - wäre undenkbar und fad, - bist stets freundlich zu allen - und weißt immer Rat - egal was es gibt - oder was es auch sei – Du bist immer gefragt - und überall dabei! – Du stehst unter Dampf – und hast immer noch Zeit, - Dir ist nie was zuviel – und tut nie etwas leid, - Du bindest noch Kränze – so ganz nebenher – und schleppst ab und zu – noch vom Kurt das Gewehr! Ist ein Hochstand zu bauen, - eine Schleppe zu legen – Bäume zu fällen, bei Sonne und Regen – ob Köder verstecken, - oder ein Dach neu zu decken, - Du musst einfach stets ran – und ersetzt jeden Mann! – Blödeln, - bis die Bäckchen glühen – den Fuchs am Schwanz im Wald rum ziehen, - Tapeten kleistern, Hecken schneiden – und Nächstenhilfe - noch betreiben! - Beim Verkauf im Verein – von Reh oder Schwein, – bist Du immer dabei, - manchmal nur mit Geschrei – es gibt Tage, - da steht Dein Mundwerk nicht stille, - da holst Du kaum Luft - es beschlägt Deine Brille! – So kennt Dich fast jeder, - ist nicht übertrieben – in Hamburg, in Windhug, in München und drüben – Deine Duftnoten hast Du der Welt hinterlassen – Du bist immer auf Tour – aber niemals zu fassen! - So verflogen die Jahre und Du merktest es kaum – plötzlich stand auch das Thema der Rente im Raum, - viel zu jung für die Rente, - das konnt‘ jeder sehen - doch da half auch kein betteln, kein winseln, kein flehen! – Auch die Kreissparkasse - gab verzögert Dich frei – so war auch Dein Abschied - nicht einerlei – das ungewisse - was wird es Dir bringen – Du konntest weder lachen, noch tanzen, noch springen! – Der Schritt in die Rente, - für Dich wohl ein Graus – jetzt nur noch ihr beide – Tag ein und Tag aus, - doch das Leben schreibt oft seine eigenen Gesetze - und verstrickte Dich schnell in seltsame Netze! – Die Eltern, - sie glitten Dir sanft aus den Händen, - das Leid war zwar groß, - doch es ließ sich nicht wenden, - Du tatst was Du konntest, - doch es reichte nicht aus – so verließen dann Beide, - in Frieden das Haus! – Leid und Glück sind Verwandte, - gehen stets Hand in Hand - werden leider von Menschen nur selten erkannt – so durchbrach Deine Tochter, - die Anke das Leid – und überdeckte mit Sonnenstrahlen die Zeit! – Den Lichtstrahl, - den konnte schon jeder bald sehen – und so lag sie in Kürze - auch schon in den Wehen – weil das „Mäxle“ es wusste, - ich muss jetzt hier raus – sonst halten es Eltern und Oma nicht aus! – Mit Glückwunsch und Sekt, war‘s für jeden ein Segen - nun begann auch für alle, - ein freudiges Leben, - die Oma sie strahlte – jeder konnte es sehen – und heute kann das „Mäxle“, - lange schon stehen! - Nun legte auch Markus, - der jüngste der Sippe, - der meist, - unüberhörbar - riskiert eine Lippe – ganz leise und still – das wohl niemand gedacht - sich selbst an die Kette! – für Tag und auch Nacht! – Vereint nun mit Frauke, - die Frau seiner Träume – verschönern sie nun, - das Haus und die Räume, - doch bleibt ihnen Zeit - und klappt‘s auch im Bett – dann freut sich die Oma – ich mach jede Wett‘! – Von der Anke die Wiege, - ein Schachzug grandios – dazu noch die Windeln, so wie auch die Hos‘ – so geht es dann weiter – Jahr ein und Jahr aus, - und legt so den Grundstein - für ein größeres Haus! – Nun wäre das meiste wohl somit gesagt – es sei denn, - dass mich noch jemand fragt, - wo geht der Weg hin, - mit der Erika - oder siehst Du die Zukunft vielleicht sogar? – Da kann ich nur, - auf eines verweisen – will nicht groß loben, - oder preisen, - denn wer mich kennt, - weiß ganz genau – ich bin doch Experte – für jede Frau! – Schon vor zehn Jahren, - weißt Du es noch – da sagte ich Dir - damals doch, - pass auf, - das auf dem Lebensweg – nicht eine sechs - da vorne steht! – Doch lange Rede kurzer Sinn – die Frauen hören halt nicht hin, - nur rattern, schnattern – wie besessen – das wichtigste wird halt vergessen! – Das sage ich nicht unbesonnen – - natürlich bist Du ausgenommen, - doch jeder weiß es ungesagt – Du antwortest nur, - wenn man Dich fragt! – Nun ist es leider doch passiert – die Männerwelt, - total schockiert, - jetzt steht die sechs - doch vor der Null, - das heißt – mit Sex ist’s nicht so doll! – Du siehst ab heut – genau genommen – die sechs plus eins - nun langsam kommen, - nicht dass dem Irrtum - Du verfällst, – das Du für Sex, - „eins plus“ - erhältst! – Ja die verfluchte sechs da vorne – ist lästig wie - ‚ne spitze Dorne – und jeder Mann - natürlich weiß – der Ofen ist jetzt nicht mehr heiß! – Zwar sprühen Funken, – die noch leuchten – doch fehlt das Öl, - zum Docht anfeuchten, - deshalb hast Du für jetzt und später – für immer nun - den schwarzen Peter! – Die Jeans in Größe 38, - die trägst Du zwar noch stolz und fleißig – zwar sind mit Keilen sie geweitet – weil sich Dein Hinterteil - verbreitert! – Du könntest sie, - an manchen Tagen – deshalb auch noch mit achtzig tragen – wenn Du sie schonst und trägst im Haus – der Stoff hält die Strapazen aus! - Für Dich heißt jetzt die Zeit – oh Schreck – schmeiß Minirock und Tanga weg, - trenn Dich vom Jugendfirlefanz – Du reizt von nun an mehr - kein Schwanz! – Hol jetzt die Liebestöter raus – als Wärmequelle, - für die Maus – und dass Angora – Unterhemd – weil sonst ja nichts mehr juckt und klemmt! - Ab morgen kannst Du was erleben – Dein Briefkasten wird nur noch beben, - weil jeder Kleckerles-Verein – Dich lädt zum Schnupperkurs jetzt ein! – Aus Birkmannsweiler – die Senioren sie laden ein – ganz unverfroren, - auch „Graue Panther“ - als Partei – sie werben Dich - ganz frank und frei! – Gymnastik-Club – für 60 plus – ihr Beitritt ist natürlich muss – der Wanderclub - „Gestresste Lende“ – verspricht Dir jetzt - die große Wende! – Der Karitas – das kennt schon jeder – bietet Dir an – Essen auf Räder – der Pfarrer kommt verstärkt - nicht minder – nun in das Haus - der alten Sünder! – Und die Versicherungsgruppe – Quelle, – schickt die Police - auf die schnelle – so geht’s jetzt weiter, – glaube mir – der Rest liegt morgen vor der Tür! – Doch auch beim Einkauf, - wirst Du’s spüren – musst Dich ab heut - neu orientieren, - denn was Du sonst so mitgebracht, - es ist vergessen – über Nacht! – Der Einkaufszettel, - sei mal ehrlich – ist heut für Dich, - längst unentbehrlich – weil sich das Kleinhirn – ungelogen, - in Ruhestand zurück gezogen! – Und all die Haare – kraus und grau – nur Scheinbild sind - bei jeder Frau, - in Wirklichkeit – ich sag’s mal barsch – ist längst der Denkprozess, - im Arsch! – Also wird kräftig aufgeschrieben – als erstes mal geschwind - zu Lidl, - im Angebot heißt die Prognose – für’s Feuchtgebiet, - die Windelhose! – Dann schnell zu Aldi, - so wie so – denn Aldi macht die Rentner froh, - weil heut der Preis ist exelent – für eine Dose - Kukident! – Noch Vitamine - A bis E – so bleiben Haut und Herz auch schee – Nahrungsergänzungsmittel, - klar – die große Dose - für’s ganze Jahr! Auch Schonkost für den Schrumpel Magen – gehört sofort in Einkaufswagen, - damit man jetzt auch alles hat – auch noch das Apotheker-Blatt! – Eine stärkere Brille, - so wie so, - nur für die Augen, - nicht fürs Klo – im Zweifelsfall – gebe ich mal kund, - hast Du ja noch den „Blindenhund“! - Beinah - da hätt’ ich noch vergessen – fürs Kurttel – täglich nach dem Essen, - damit die Leitung - frei sich schafft – Prostata – Kapseln, - volle Kraft! – Somit wäre alles abgedeckt – es sei denn, - dass noch was verreckt, - zum Beispiel – Zähne oder Knie – ich mein ja bloß, - man weiß ja nie! – Natürlich möchte ich’s nicht beschreien – doch wenn es kommt, - kannst mir verzeihen – ich wünsche Dir – und uns - ganz ehrlich, - bleib wie Du bist, - halt unentbehrlich! – Drum schließ ich jetzt mit einem Toast, – ein dreifach hoch - auf Erika – und – Prost! Mit den besten Wünschen von Dieter und Ingrid Birkmannsweiler, den 25.08.2010 ![]() |
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