Hier kommt der Zulu - Neger 
 
 
 Geschrieben und vorgetragen für Kurt Heinisch
zum 60. Geburtstag
 
In Bodswana - Afrika, - Trommel sprechen laut und klar -
weißer Mann und großer Jäger, - weit bekannt bei alle Neger ! -
weil wenn Frühling in Savanne - kommen in Etoschapfanne -
Mister Heinisch mit Gefolge, dann aus große schwarze Wolke ! -
Machen dann Station bei Farmer, - weißer Mann bestimmt kein armer -
bringen Büchse, Schrot und Geld, - beste Mann von ganze Welt ! -
Darum kommen ich als Bote, bringen Glückwunsch von Kojote -
Häuptling  - Groß, von Walfisch - Bay, sagen heute alles frei ! -
"60" lange Regenzeiten, weißen Jäger schon begleiten -
der jetzt ohne schwarzen Orden, alt wie Mamutbaum geworden ! -
Deshalb schicken Häuptling Groß, mich als Barfußläufer los, -
außer Glückwunsch von den Horden, bringen großen Zulu - Orden !
Du mußt tragen stehts auf Haut, auch wenn schlafen Du mit Braut -
Zauberwort und Zauberkraft, - Dir jetzt helfen Tag und Nacht ! -
Weil jetzt Mann auf altem Fuß, einfach Hilfe haben muß -
sonst Gefahr, - sagt Häuptling - Groß, - Mister - schöne Frau schnell los ! -
Weiser Spruch von Neger sagen, alles können Frau ertragen, -
 nur nicht wenn sie jung und heiß, - jetzt muß schlafen schon mit Greis ! -
Häuptling weiß, - bei aller Liebe, - Aug' von Mister jetzt schon trübe, -
brauchen Glas schon mit Gestell, sonst nicht schießen mehr ein Fell ! -
Ohren klein - von Mister sind, kann nicht drehen gegen Wind, -
merken nicht wenn Fuchs und Gnuh, lange Dir schon schauen zu ! -
Hand von Mister auch schon zittern, - Tiere in Savanne wittern, -
stolz noch tragen Du Gewehr, - aber treffen fällt schon schwer ! -
Auch schon Zahn - im Mund von Jäger, wackeln, oder hängen schräger -
und wenn beißen Fleisch und Fisch, - Zähne fallen dann auf Tisch ! -
Und auf Kopf von Mister - still, - jetzt kein Gras mehr wachsen will -
Gras jetzt trocken, - Gras jetzt schreit, - wann wird kommen Regenzeit ! -
Auch in Kopf, - gleich unter Gras, - Boden zwar noch etwas naß, -
aber sonst in Kopfes Winden, außer Feuchtigkeit, - nichts finden ! -
Häuptling Groß, - jetzt hat Erbarmen, schon mit weißen Jäger - armen, -
sagt: Du nicht mehr länger leiden - und in kalten Land da bleiben ! -
Ich Dir schicken obendrein, jetzt noch großen weißen Schein, -
diesen zeigen dann Kontrollen, wenn Du nach Namibia wollen ! -
Du dann großer Ehrenmann,- wenn Du kommen bei uns an, -
alles gratis, - Essen Trinken, wollen Liebe, - Du nur winken ! -
Frauen hier, - mit Brust wie Ziege, - wollen ganzen Tag nur Liebe, -
Hintern groß, - wie Nashorn - Po, - wollen machen Mister froh ! -
Brauchen nicht mehr bringen Frau, - angezogen so wie Pfau, -
Frauen hier in unserem Trakt, - ganzen Tag nur laufen nackt ! -
Dann auch Du bist Zulu - Mann, nehmen jetzt Geschenke an, -
sollen bringen für Dein Leben, - Kraft, Gesundheit und viel Segen ! -
Ich gesammelt Wundermittel, - davon nehmen nur ein Drittel, -
weil bei großem weißen Mann, Medizin sonst schaden kann ! -
Für Motor in Brust, - wenn streiken, - Du mußt Pulver schnell bereiten, -
Blütenstaub von Sonnenhut, - trinken, - Motor wieder gut ! -
Kalmus-Wurzel, - gut für Augen, - daran lutschen, oder saugen, -
wenn mit "100" Du noch lesen, - Mittel dann ist gut gewesen ! -
Affenmilch, - warm angerührt, - damit werden Frau verführt, -
reibst Du ein, Gesäß und Lenden, - tragen Frauen Dich auf Händen ! -
Nashornpulver, - fein gerieben, - bestes Mittel vor dem lieben, -
nicht zuviel, - sonst Frau kriegt Schreck, - laufen dann vor Mister weg ! -
Sollten Mittel schlecht Dir munden, - ich noch Beeren hab gefunden, - 
letzte Hilfe dann in Not, - einfach schlucken, - fertig - tot ! -
Beeren Du mußt hüten gut, - damit Frau nicht finden tut, -
denn wenn fliegen große Scherben, - denken Frauen gleich an erben ! -
Aber Du jetzt klar noch denken, - alles schwarzem Mann gleich schenken, -
denn Du wissen, - schwarzer Mann, - kleine Hilfe brauchen kann ! -
Doch Du Jäger, - wenn auch alt, - geh'n noch jeden Tag in Wald -
und wenn Hund auch noch so klagt, - Du ihn tragen jetzt zur Jagt ! -
Aber bald, - sagt Häuptling - Groß, - geh'n es auch bei Mister los -
und Du brauchen schwarzen Mann, - der zur Jagt Dich tragen kann !
Ich Dir bieten, - bittesehr, - ich Dich tragen samt Gewehr -
und wenn treffen Warzenschwein, - ich noch tragen obendrein ! -
Botschaft ich jetzt hab gebracht, - muß zurück noch heute Nacht, -
laufen viele Monde lang, - bis ich in Ovamboland ! -
Jetzt ich wünschen allen weißen, - viel zu trinken und zu beißen -
                    und wenn Zeit, - dann denken drann, -
                    nicht vergessen, - schwarzen Mann ! -
 
 
von  
D. D. 
  den 30.01.1995

 

 zum 60. Geburtstag 
(Geschrieben für Walter Bort) 
 
Ist jemand 60 Jahr geworden,
kriegt automatisch er einen Orden -
so will’s der Brauch, - so will’s die Sitte -
und mancher auch aus dieser Mitte ! -
 
So sagte ich mir – insgeheim, -
warum soll’s bei Dir anders sein -
und fing ganz langsam an zu denken, -
welch Orden könnt man Dir wohl schenken ? -
 
Denn jemand, der so ist wie Du, -
dem stünden tausend Orden zu -
drum war’s auch ganz besonders schwer,
 
welch Orden nun der richtige wär ! -
 
Vielleicht der Orden für die Treue? -
oder für Sparsamkeit – aufs Neue? -
Vielleicht ein Orden für Humor, -
oder für Freundlichkeit – zuvor? -
 
Für Kraft durch Freude, - oder so -
vielleicht wärst Du darüber froh? -
oder für Pünktlichkeit und Fleiß, -
oder für’n schönsten Mann im Kreis? -
 
Vielleicht ein Orden, - so mit Stern -
denn diesen hat doch jeder gern ! -
So fände ich jenen auch nicht minder, -
den Orden für die schönsten Kinder! -
 
Auch jener wäre hier angebracht,
für Fleiß und Wachsamkeit bei Macht –
so wäre auch der in manchem Sinne,
den Orden für die schönste Stimme ! –
 
Fürs Putzen, Kochen, Betten machen, -
sowie noch über Enkel wachen –
und Schuppen bauen, Garten graben, -
dafür könntest Du ein Orden haben ! – 
 
Für Deine Liebe zur Natur, -
sowie ein edler Tropfen pur –
und Hilfsbereitschaft, - Tag und Nacht, -
wäre schon ein Orden angebracht ! –
 
Doch leider kann man Dir im Leben, -
nur einen zünftigen Orden geben, -
den sollst Du nun von mir erhalten, -
das ist der Orden für die „Alten“ ! –
 
Den hast Du heute Dir erworben –
drum trag ihn stolz, - den schönen Orden,
der so begehrt von Jedermann –
und den sich niemand kaufen kann ! –
 
Du hast erreicht, - das stolze Alter -
wo jeder denkt: oh mein Gott Walter, -
wo sind die Jahre, - wo die Zeit -
dass man Dir so was heut verleiht ! -
 
Doch lass sie denken oder reden  
Du wirst mit diesem Orden leben,
auch wenn er heute Dir missfällt, -
er bleibt Dir treu, - auf dieser Welt !-
 
Er steht als Zeichen, - stets für Dank, -
für Kampf und Stress, ein Leben lang –
sowie Verlass, verzicht und Treue –
und endlos Liebe, - ohne Reue ! –
 
Doch auch für manche kleine Schwächen,
will unverblümt er zu uns sprechen –
weil schon an Hand der Lebensdauer, -
zur Freude oft noch kam die Trauer ! –
 
Wo Du als Mann vom großen Stern –
von dem Du jetzt bereits so fern, -
der größte warst, - von all den kleinen –
nur mit zu kurz gerat’nen Beinen ! –
 
Doch manchmal, - wenn Du rot vor Wut –
es in Dir kocht und brodeln tut, -
so dass die stark geballte Kraft –
mit einem Brüller Luft sich schafft ! –
 
Dann laufen alle wieder rund –
und unser Walter ist gesund, -
der Puls normal, - das Herz in takt –
gerettet vor dem Herzinfarkt ! –

 

Dreh jetzt nicht durch, vor lauter Freud –
als würdest Du gerade dreißig heut, -
zwar stimmt’s zum Teil – klingt’s auch fatal –
nur leider schon zum zweiten mal ! – 

 

 So bist Du heute, - Du verzeihst -
genau genommen, leicht vergreist –
und zählst somit an hand der Jahre –
zum Club der stark pikierten Haare ! –

 

Das soll Dich weiter nicht belasten,
schmerzhafter ist da schon das Fasten, -
damit die Hüften und der Ranzen
nicht gänzlich aus der Reihe tanzen ! –

 

 
Du willst ja schließlich - auch ergraut -

noch, das mit Neid man auf Dich schaut, -

denn nichts erquickt die Seele mehr

als schaut ein Girl Dir hinter her ! -

 

Das baut Dich auf - das gibt Dir Kraft -

da steigt noch mal der träge Saft –
und quält sich durch den engen Schlauch, -
hinunter bis zum Hängebauch ! –
 
Hier wird er freilich leicht verweilen 
und erst einmal die Lage peilen –
ob sich auch lohnt die Plagerei –
oder doch wieder nur ‚ne Übung sei ! -
 
In diesem Fall – und Gottes Segen, -
könnt sich vielleicht noch etwas regen
verführ deshalb kein Kriegsgeschrei , -
so schnell wie’s kommt, - ist’s auch vorbei ! –
 
Und auch der Po, - so rund und schön,
hat bessere Zeiten schon gesehen –
was rosa rot, geformt und glatt, -
gleicht heute einem Faltenblatt ! –
 
Dazu die Waden – deine beiden,
was müssen die zur Zeit wohl leiden –
wo sie einst waren prall und schier, -
mit all den Haaren eine Zier ! –
 
Zerrupft, zerfetzt und abgestoßen,
durch all das scheuern in den Hosen –
dazu durchziehen dick und blau,
sich Schläuche hin zum Aderstau ! –
 
Doch auch Dein Bauch – des Mannes Stolz, -
war rank und schlank wie Fichtenholz –
und eine Wohltat für den Schneider
und eine Zierde für die Kleider ! –
 
In all den Jahren, - unterdessen,
was hast Du da zusamm – gefressen –
dass Du vor lauter Essenslust,
heut Hosenträger tragen musst ! -
 
Auch mancher Zahn – einst weiß und schön –
hat seine Brüder ziehen sehn,
bis es ihn trifft, hält er sich noch –
mal rechts, mal links, an einem Loch ! –
 
Und Deine Haare – voll und straff –
sie wuchsen kräftig, - wie beim Aff’ –
doch heute treten sie im Chor –
nur noch aus Nas’ und Ohren vor ! –
 
Auch Leber, Gicht, Cholesterin, -
sowie die Flocken im Urin –
sind Zeichen die man nicht gern nennt –
doch die Renate längst schon kennt ! –
 
Von Gallen – oder Nierensteinen
Durchblutungsstörung in den Beinen
von Hämorrhoiden – Walmuss groß
und braunen Flecken in der Hos’ ! –
 
Vom Haarausfall, - Gedächtnisschwund –
von Falten – nicht nur um den Mund –
vom großen schwinden der Hormone
nicht nur aus erogener Zone ! –
 
Auch von dem trüben Augenlicht,
da reden wir am besten nicht –
sowie dem Blutdruck und dem Zucker –
sie waren noch nicht der letzte Rucker ! - 
 
Vieles wär’ noch zu erwähnen, - 
doch dann kämen wir ins gähnen – 
denn es spürt hier schon manch Gast
selber seine Alterslast ! –
 
So gesehen – könnt man sagen,
lässt Dein Los sich gut ertragen –
und bewegst Dich nun ganz leise,
schon im allerbesten Kreise ! –
 
Deshalb – lass Dir heute sagen,
stell nicht lange dumme Fragen –
denn in 60 langen Jahren,
ist Dir vieles widerfahren ! –
 
Hast manch Sturm schon überwunden,
der noch fester Euch gebunden –
und Dir Halt und Kraft gegeben,
für ein schönes langes Leben ! –
 
Und der Lohn für Zeit und Raum,
kann man hier im Raume schauen –
eine Frau die Dich verehrt –
und vor Liebe sich verzehrt ! –
 
Auch der reiche Kindersegen –
formte doch Dein ganzes Leben, -
jeder spürt’s – und glaubt zu wissen –
nie möchtest Du davon eins missen ! -
 
Warst stets Vater, Freund und Mann, 
der viel weiß und alles kann  
bei Bedarf – sofort zur Stelle, -
stets ein Mann für alle Fälle ! –
 
Haus und Wohnung – Schutz für alle, -
stehen bereit in jedem Falle –
und durch bitten um Quartier,
öffnet sich des Herzens Tür ! –
 
Du hast alles – obwohl nicht leicht, -
hier im Leben schon erreicht –
so gesehen , - allgemein –
müsstest Du heut hundert sein ! –
 
Doch ich weiß – und glaub daran,
dass in 40 Jahren dann –
wir uns treffen, - irgendwo –
ohne Leiden, - frisch und froh ! –
 
Darauf stoßen wir heut an –
und mit mir wohl jedermann –
jeden trifft’s mal – Dir zum Trost, -
darauf lasst uns trinken – Prost ! –
 
Autor D. D.
 
21.07.1995 

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Emil Baumann zum 60. Geburtstag
 
 
In Bessarabien, - der tiefesten Provinz, -
am Schwarzen Meer, ganz unten links, -
da tat's ein Schlag, ein zittern, ein beben -
und Emil Baumann trat ins Leben ! -
 
Dies alles geschah, es belegen die Zahlen -
am heutigen Tag, - vor 60 Jahren -
die Eltern war´n sprachlos, die Hebamm´ verschrocken,
da lag er nun da, ohne Hemd, ohne Socken ! -
 
Das Maul riß er auf - und fing an zu schrei'n -
ja will mich denn keiner von der Schnur da befrei'n ! -
Und Durst hab ich mächtig, das werd' Ihr verstehen -
denn die letzten 9 Monat' hab' ich kein Tropfen gesehen! -
 
Die Mutter packt aus, - reicht die Brust Ihm zum trinken,
da schreit er entsetzt,wollt Ihr mich jetzt schon linken?
Ich brauch jetzt 'ne Halbe, 'n Wein und 'nen Haxen -
und hört endlich auf mit den albernen Faxen ! -
 
Und wie er so daliegt, - den Blick starr zur Decke -
da sagt er zum Vater :" Dein Plafond hat Flecke "-!
Hol Farbe und Pinsel, - es wird langsam hell -
den werden wir streichen,- wenn's geht ziemlich schnell! -
 
Denn ich bin der Emil, - ein Baumann, - ein kleiner
und wenn alles gut geht, dann werde ich Schreiner ! -
Jetzt muß ich schnell wachsen, das müßt Ihr begreifen,
denn die Welt die braucht Schreiner zum hobeln und schleifen ! -
 
Doch kaum konnt er laufen,da ging es schon los -
mit Hammer und Säge und verschissener Hos` -
zu schaffen und wergeln - und das ohne Ende -
vergriff er sich täglich an Tisch und an Wände ! -
 
Die Eltern sie rannten zur Kirch `um zu klagen, -
warum hast Du uns mit dem Bub so geschlagen,-
ach gib uns ein Zeichen, wir werdn's nicht verwerfen -
oder schick Ihn nach Urbach, um andere zu nerven ! -
 
Der Herr hat erbarmen - und sieht Ihre Nöte -
und kennt auch den Emil - die hecktische Kröte ! -
So kommt die Erlösung mit rund 18 Jahren,
er zieht in die Welt um mehr zuerfahren ! -
 
Doch das Leben ist grausam und die Mädchen noch spröde,
der Trieb der wird stärker - und die Suche sehr blöde -
wie soll das noch werden, ich kann kaum noch denken,
wo bleibt nur die "Eine", die Ihr Herz mir wird schenken! -
 
Da trifft er Irene,- ein Mädchen vom Lande -
mit der er verknüpfte manch zärtliche Bande, -
doch schnell wie er war, zerstreut und zerfahren -
vergaß er den Rückzug, aus den wolligen Haaren ! -
 
So wurde Irene, die Frau dann für's Leben,-
aus Dank und Verzweiflung tut er jetzt an Ihr kleben -
drei Töchter die wurden das Zeichen der Liebe,
von da an beherschte er all seine Triebe! -
 
Dann kam der Verein , so mit wandern und laufen -
und als krönender Abschluß - in die " GEA " zum saufen -
doch bald sah ein jeder der Mitglieder ein,
nur Emil soll jetzt unser Vorstand hier sein ! -
 
So wurdest Du Vorstand und Vorbild für alle,
trotz Arbeit und Vorlauf und sonst mancher Falle. -
Du gabst dem Verein Deine eigene Note, -
und ging mal was schief, brach'st Du's wieder ins Lote ! -
 
Auch gehst Du gern Kgeln, schiebst oft alle " Neune " -
und dann nach drei Halbe - da kommen die Träume -
dann träum'st Du vom Rennsteig und durchlaufnen Sohlen -
vom Flug dann nach Zypern um Uhren zu holen ! -
 
Vom Mosten und Brennen, von Creilsheim und Schlachten,
von Hamburg mit Altstadt -um Fleisch zu betrachten-
von großen Portionen - Rostbraten und Ente -
und ganz im geheimen, - schon lang von der Rente ! -
 
Du bist halt ein Kenner und Könner vor allem ,
in Holz oder Strom, in Stein oder Schellen -
und weißt immer Rat, - und kennst jede Masche -
und erkennst schon den Inhalt, - am Glas einer Flasche ! -
 
Stets warst Du ein " Bahner" , mit Laib und mit Seele -
doch das ist Geschichte, - genau wie die Zähne -
die hast Du verloren, trägst stolz schon die andern,-
genau wie die Brieftasch` mit Inhalt, beim wandern ! -
 
So wurd'st Du jetz 60 - und konntest nichts machen, -
Du möchtest noch manches - und wirst es nicht schaffen -
hegst Wünsche und Träume , die erfüllen sich nie -
denn Du bist jetz kein "Alter",Du bist ein "Grufti" ! -
 
So kommen nun täglich - mal wenig mal mehr,
die Weh - Weh - chen aus heiterem Himmel daher -
und der Docktor ist glücklich und weiß ganz genau -
Du bleibst mir als Kunde - genau wie Dei' Frau ! -
 
Nun treten die Schwächen ganz offen zu Tage -
und bald merkt es jeder - und das ohne Frage -
Du willst sie vertuschen, verleugnen, verdrängen -
und merkst es schon selber - "Er" fängt an zu hängen ! -
 
" Er " will nicht gehorchen, macht steht's was er will -
da hilft auch kein streicheln, da hilft auch kei' Brill' -
keine Selleri, kein Knoblauch, kein " Okasa - Brutal " -
" Er " macht keinen Zucker - es ist eine Qual ! -
 
Doch eins wächst noch bei Dir - im großen und ganzen,
das sind Deine Haare, - sowie auch der Ranzen -
die Haare, - das weiß man, - sie leben vom Wasser , -
der Ranzen - von Braten, von Torten und Kassler ! -
 
So wird er steht's größer - zieht sich in die länge -
für Dich sind's nur Muskeln sowie Samenstränge -
die hegst Du und pflegst Du, es ist kaum zu glauben,
als wolltest Du jemand die Unschuld noch rauben! -
 
Auch merkst Du's am Auspuff - der ist in der Phase,
das kaum er mehr stand hält dem drückenden Gase -
so das ständig die Winde, mal laut und mal leise,
die Räume durchziehen im häuslichen Kreise! -
 
Doch soll'st Du Dich irren - so ganz unbeflissen,
da hast Du im Nu Deine Hose verschissen -
und Irene die arme, - muß bürsten und reiben -
denn die Farbe ist kräftig, doch die Spuren sie bleiben! -
 
Auch quält Dich die Prostata längst schon beim pinkeln -
und suchst vor Verzweiflung die dunkelsten Winkel, -
erst kommen drei Tropfen, - dann ist wieder Ruhe -
die Hose blieb trocken, - aber nicht Deine Schuhe ! -
 
Auch die Notdurft verrichtest Du nur unter Schmerzen -
denn mit Hymorrhoiden wie Walnüß,-da ist nicht gut scherzen, -
so trägst Du Dein Los in Demut und Stille -
und verbringst Deine Zeit - meist im Klo auf der Brille! -
 
Auch Ischias, Rheuma und Colesterin,
dazu noch die Flocken im trüben Urin -
die Artrose in den Knochen, der Kalk im Gebälk,
die Augen schon trübe, die Haut grau und welk! -
 
Die Kraft, das Gehör, der Geruch, der Geschmack -
das alles ist lange bei Dir schon im Sack! -
So ist es kein Wunder, das der Arzt im O P,
gesagt hat zur Schwester, - ich glaub der ist he! -
 
Doch die Schwester ist Kenner und sagt nur zum Dock -
das ist doch der Baumann - der hat nur `n Schock -
auf sei`m Nachttisch da steht noch`n Viertele Wein -
und bevor das nicht leer ist, - kriegt man den auch nicht klein ! -
 
So hat man Dein Körper zweimal aufgebrochen,
man suchte nach Blinddarm und Bruch in den Knochen -
und holte heraus - so im großen und ganzen,
10 Kg Ballast aus dem mächtigen Ranzen ! -
 
Drei Wochen Ruhe, bei Schwester Madlene -
sowie die Kontrolle von Gattin Irene,
hat Dein Blutdruck gesenkt und die Pfunde genomme
und als halbe Portion dann nach Hause gekommen! -
 
Die Wohnung war leer, die Cauch auf der Gasse, -
der Geburtstag verhunst - und Schmerzen in Masse -
kein Garten gegraben, keine Weinprob` genossen,
kein Fenster im Vordach - und Gicht in den Flossen! -
 
So verbracht`s Du die Weihnacht mit gemischten Gefühlen,
zusamm` mit Irene auf klapprigen Stühlen -
und träumtet von Sesseln, von ledernen Kissen -
und sehntet Euch sehr - nach der Couch - der verrißnen! -
 
Doch was weg is,-ist weg - und kommt nicht mehr wieder, -
das weis auch Dei` Hand, - denn der fehlen zwei Glieder,
grad` jetz so im Alter, ich wag`s kaum zu sagen -
da könnt`ste zwei Glieder bestimmt gut vertragen ! -
 
So ist halt das Leben - und wird wohl auch bleiben,
erst hat man das Sach - und kann`s nicht betreiben -
und wenn man dann Zeit - und auch Muße noch hätt, -
da ist meist - wie immer - tote Hose im Bett! -
 
Doch Du brauchst nicht zu klagen, denk immer daran,
schon am morgigen Tag ist ein anderer dran -
dann wirst Du wieder lachen - stehst über den Dingen -
und kannst aus Erfahrung ein Lied davon singen!-
 
Denn auch das Alter ist schön - Du wirst es erfahren -
und Dich vor den Fehlern der Jugend bewahren,
zwar machst Du noch Fehler - das finde ich toll -
doch was Du auch tu`st - es nimmt Dich keiner für voll! -
 
Du hast jetz die Freiheit fast alles zu sagen,
nicht lange zu denken oder lange zu fragen -
kann`st schalten und walten, - so wie Dir`s gefällt -
kein Streß,keine Hecktik, - keine Bahn die dich hält! -
 
Ließt am Morgen die Zeitung, bis Mittags um zehn -
dann nimmst Du Dei`Stock - um auf`t Gasse zu geh`n,
mach`st ein Schwätzle beim Hugo, - oder Adolf vieleicht -
dann hast Du das meiste vom Tag schon erreicht! -
 
Am Nachmittag legst Du Dich erst mal auf`s Ohr -
und kommst zwischen drei oder vier wieder vor,
dann schnapp`st Du Dein Hut - und sagst zur Irene,
ich geh jetz zum Stammtisch, mach`s gut meine Kleene! -
 
Am Stammtisch da hört Dich dann jeder von ferne, -
ja früher, - was waren wir da noch für Kerle, -
hab`n Weiber gestemmt - und acht Krüge gesoffen -
und dann auf`m Rummel - noch in`s schwarze getroffen! -
 
Wir waren die "Größten" und "Besten" von allen, -
Du sagst es mit Stolz, - und tust schon leicht lallen -
und dann auf dem Heimweg - zwischen neune und zehn, -
da erklingt dann das Lied von der Lilli Marlen! -
 
Und Irene Daheim, - die sitzt wie auf Kohlen -
wenn er jetzt nicht bald kommt, - dann geh ich ihn holen -
da stolper`st Du rein - und murmelst im steh'n, -
ein Leben als Rentner - wie ist es so schön!-
 
So wirst Du Dein Leben ab Morgen genießen -
und den Morgen und Abend - mit`ner "Halben" begießen -
das Fernsehprogramm schon beim Frühstück durchsuchen -
und `ne Werbefahrt dann mit dem Bus sofort buchen ! -
 
Die Blumen schnell hacken, den Sand noch mal sieben,
dann wieder in`s Haus - um die Mutti zu lieben -
und wenn dann noch Zeit bleibt - in Deinem Programm, -
dann probiers halt noch mal,- vieleicht klappt es dann!-
 
Ab Morgen da geh'st Du Dei'm Weib auf die Nerven,
wirst öffter mit Ihr um 'ne Kleinigkeit zerfen -
und wo Du auch hingehst und was Du auch machst -
Du wirst für Sie lästig - schon morgens um acht ! -
 
Trinkst Du morgens ein Bierchen, weil der Durst Dich grad quält
oder schnappst Dir Dein Auto, weil Dir irgend was fehlt -
nimmst Dein Händy vieleicht - um paar Kumpel zu hören, -
schon goscht Deine Alte - darauf kann'ste schwören ! -
 
Doch daran gewöhn'ste Dich unheimlich schnell, -
bis'te trotzdem mal traurig - oder juckt Dir das Fell -
dann schleich Dich in Dein Garten, nim einen zur Brust -
so vergißt Du den Ärger, den Knatsch und den Frust ! -
 
Hau Dich auf die Pritsche - bis die Ohren Ihr klingen -
und denk an den Götz noch - von Berlichingen -
dann geht's Dir gleich besser, fühlst Dich wieder frei -
denn in 50 Jahren - Emil - da ist alles vorbei ! -
 
- P R O S T -
Geschrieben für Emil Baumann den 29.11,1996
 
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 Unserer Uschi zum  60. Geburtstag 

Uschi ich weiß, - Du willst es nicht hören, -

aber ich sage es trotzdem - und es soll Dich nicht stören -

und außerdem wissen es alle schon lange, -

 

Du bist heute "60", - drum hab keine Bange! - 

Wir sind ja jetzt bei Dir - Du brauchst nicht verzagen, -

denn die meisten von uns, haben's auch überstanden -

und auch Du wirst nicht gleich auf der Müllhalde landen! -

 

Denn Du trotzt noch vor Kraft - und bist sehr mobil, -

Du hast alles im Griff - und erreichst jedes Ziel, -

schwingst am Abend den Besen - nach Laune und Lust, -

vergisst dabei Ärger, die Sorgen, den Frust! -

 

Bist noch sehr atraktiv - und kommst noch gut raus, -

ein bischen gefärbt - doch was macht das schon aus, -

hast die Liebe durchkostet - und die Männer studiert, -

manch Reinfall erlitten - und nochmal probiert! -

 

Du lebst nur für andere - und denkst nicht an Dich, -

drum machst Du im Leben, nur selten ein Stich, -

Du bist zwar nicht dumm, - aber empfindlich wie'd Sau, -

ich darf das ja sagen, - genau wie meine Frau! - 

 

Bist sauber und häuslich und hast auch Niveau, -

bist fleißig, verläßlich, geschieden und froh! -

Hast das Leben durchkostet, - mit Höhen und Tiefen, -

manch Tränen vergossen, - wenn andere schon schliefen! -

 

Doch läßt Du die Jahre Revue mal passieren, -

so wirst Du manch Wermuts - Tropfen noch spüren, -

schon mit der Geburt, ging das Glück Dir verloren -

denn schon damals da wurest Du als "Zweite" geboren! -

 

Du merktest sehr schnell, - ich muß einfach wachsen -

deshalb hast Du heut auch die längeren Haxen! -

Und das Ingrid so klein blieb, - das muß ich Euch sagen, -

Du hast ihr mit dem Bleistift - auf dem Kopf rum geschlagen! -

 

Du verbrachtest die Kindheit im Dorf auf dem Schloß, -

Du spieltest Prinzessin, - doch der Opa war Boß! -

Hast Gänse gehütet, fremde Kinder betreut -

und auch sonst Dich vor keiner Arbeit gescheut! -

 

Großeltern und Tante, - waren ein Stück Dein Begleiter, -

ihr Verlust war zwar groß - doch das Leben ging weiter! -

Auch den Vater, den mußtest Du früh schon entbehren, -

blieb im Feld, - so wie viele, - sollte nicht wiederkehren! -

 

So gingen die Jahre und die Kindheit entschwand, -

das Band wurde lockerer, was Euch noch verband, -

im Schloß wurde es stiller, - manch Vogel flog aus -

und suchte in der Fremde - ein neues Zuhaus! -

 

Dein Leben wurde härter, - denn die Lehre begann, -

als Verkäuferin standest Du nun täglich dein Mann! -

Ein Zimmer in Waren - und weg von Zuhaus, -

ein Leben in Freiheit - das kostest Du aus! -

 

Doch plötzlich da spürtest Du ganz neue Triebe -

und wußtest nicht recht - ist es Lust - oder Liebe? -

Doch schon bald war es klar - und Du mußtest gestehen, -

schnell her mit den Ringen, - sonst kommen die Wehen! -

 

Es hat noch geklappt - und Ihr wurdet vermählt, -

die Liebe war groß, - und nur das hat gezählt! -

Doch der Frank wollt nicht warten - und drängte dazu -

und ab jetzt war's vorbei mit der himmlischen Ruh! -

 

Der Vater konnte stolz seinen Sohn nun begrüßen -

 und mit Liebe und Freude das Ereignis begießen! -

So wurde nun getauft, gekämpft und gestritten -

und zwischendurch wieder mal kräftig geritten! -

 

Doch schon bald vernahm jeder die freudige Kunde -

und es meldete sich an, - der zweite im Bunde! -

Doch wieder kein Mädchen - Sohn Thoralt ließ grüßen -

und Dein Mann konnt es abermals kräftig begießen! -

 

Das war Dir zuviel, - da musstest Du passen -

und hast kurz entschlossen, - den"Alten" verlassen! -

Die Scheidung tat weh, - für Dich und die Kleinen, -

es war nicht zum Lachen, - wohl eher zum Weinen! -

 

Die Zeit war nun schwer - und die Sorgen nicht minder, -

da war Deine Arbeit, die Oma, die Kinder! -

Das alles das hast Du geschafft und bestritten, -

dabei ist Dir nichts aus den Händen geglitten! -

 

Doch Du warst noch so jung - und die Nächte so schwül -

und die Betten so leer - und das Herz voll Gefühl! -

So kam's wie es mußte - und jeder längst weiß, -

Du wiederholtest noch einmal, - den gleichen Scheiß! -

 

Doch das Ende vom Lied, - es machte die Runde, -

vom Mario - dem jüngsten - und dritten im Bunde! -

Doch das Glück dieser Welt, - es läßt sich nicht fangen, -

Ihr versuchtet es wieder - doch es ist nicht gegangen! -

 

Du machtest ein Schlußstrich, - es mußte wohl sein -

und bliebst nun für Dich - mit den Kindern allein! -

Das Annel, - es half noch mit all ihrer Kraft, -

doch schon bald hat auch Sie - nicht mehr alles gerafft! -

 

So hattest Du wieder, - wir könn's nur erahnen, -

ein Leben in Angst - und von täglichen Qualen! -

Doch der Herr sah Euch leiden, - rief's Annel beim Namen -

und Sie folgte gehorsam - und beschloß es mit Amen! -

 

Nun kam noch die "Wende" , - aber auch für Dein Leben, -

das geld wurde knapper, - wie gei allen jetzt eben! -

Du suchtest und fandest, - zum eigenem Zwecke, -

'ne kleinere Wohnung - und das gleich um die Ecke! -

 

Die Arbeit, die wurde nun auch neu gestaltet, -

warst nicht mehr die jüngste - und das System war veraltet! -

Man schickt Dich nach Stuttgart, - den Horizont zu erweitern, -

das ging eine Weile - und mußte dann scheitern! -

 

Auch die Kinder, - die gingen bereits ihre Wege -

und kamen Dir nicht mehr so oft ins Gehege, -

so hat man Dich einfach, - noch eh Du's gedacht, -

von heute auf morgen zur Oma gemacht! -

 

Deine Arbeit in Waren, - auch sie mußte weichen, -

die konntest Du nur noch Per Auto erreichen, -

doch auch das war nur kurz - Du konn'st es nicht fassen, -

so hat man Dich halt in die Freiheit entlassen! -

 

Jetzt konntest Du endlich Dein Leben genießen, -

gingst einmal auf's Amt, - um die Leute zu grüßen, -

dann wieder nach Hause - mit lächelndem Mund, -

wieder keine Arbeit, - aber Hauptsache gesund! -

 

Zwei Söhne verheiratet und einer noch helle, -

dazu noch vier Enkel, - so ganz auf die schnelle -

und wieder ein Umzug, - es war Dir ein Graus, -

die endlosen Treppen - das hieltst Du nicht aus! -

 

Jetzt ist alles paletti, - Du hast alles im Griff -

und was Du auch tust, - Du machst es mit Pfiff! -

Den Tag teilst Du ein, - wie es Dir grad beliebt, -

aber nur, - wenn Dir niemand Dein Wässerlein trübt! -

 

Gehst zur Müritz an Strand, - oder zur Promenade, -

triffst vielleicht noch so'n Rentner - im Kaffe oder Bade -

und Du spürst wie das Herz und das Blut sich bewegt -

und sich plötzlich ein neues Gefühl in Dir regt! -

 

Spürst noch einmal das Leben - und weißt ganz genau, -

ich bin heut zwar "60", - aber immer noch Frau! -

So möcht ich Dir sagen, - nimm leichter das Leben -

und so wirst Du Dir selbst - und auch anderen mehr geben! -

 

Ich wünsch Dir viele Jahre, - in Frieden mit allen -

und daß Du am Leben noch findest Gefallen, -

ich wünsche Dir Gesundheit, - alles Glück dieser Welt, -

eine Hand die Dich führt - und ein Arm der Dich hält! -

 

Ich wünsche Dir heute, - für Deinen Tag nur das Beste, -

eine gelungene Feier - und fröhliche Gäste, -

ein Prosit für alle - und einen auf Dich, -

Uschi, - Du bist heut zwar "60", - aber wir glauben es nicht! -

 

Mit den besten Glückwünschen

zu Deinem

60. Geburtstag

von Dieter und Ingrid

 

Miedelsbach, den 26.07.2003

 

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Erika zum 60. Geburtstag
 
 Vor 60 Jahren, - so steht es geschrieben,
in Urkunden und Ausweis, sowie im Kalender der Lieben –
das Wunder von Stetten ist damals geschehen, -
man wollte es nicht glauben, - doch jeder wollt es sehen! –
 
 Ein Sommernachtstraum von Ludwig und Gretel, -
erfüllte sich da, - nun kam endlich das Mädel –
die Buben die waren von nun an verloren –
und hatten nun täglich das Geschrei um die Ohren. –
 
 Auch der Name stand fest, - war sofort sonnenklar –
und so taufte man die Kröte, - natürlich – Erika! –
Nun drang dieser Name bei Nacht und am Tage, -
durch Türen und Fenster und ward so zur Plage. –
 
 Keiner weiß mehr genau, was Dich damals bewegte, -
ob Du schliefst oder tobtest, oder Dein Kinderbett zerlegtest –
ob die Milch die Du trankst, - schon bereits kam aus Dosen –
oder ranntest Du rum - mit verschissenen Hosen! –
 
 Kindergarten und Schule konnte man sehr schnell vergessen –
denn Du hattest bereits andere Qualitäten besessen, -
Du war wie ein Feger, - ein Wirbelwind, -
eben doch wohl ganz anders, - wie jedes andere Kind! -
 
 So plätscherte die Kindheit auch nutzlos dahin, -
Du spieltest und tobtest ohne tieferen Sinn, -
doch manch Zeichen das konnte man früh schon erkennen –
ob beim toben, beim spielen, - nur um zwei hier zu nennen! –
 
 So dachte manch Betrachter mit Wehmut und bangen, -
an der ist doch ein Junge verloren gegangen! –
Doch die Augen der Buben sehen scharf und genau –
die ist nie ein Junge, - das wird eine Frau! –
 
Doch das Vergnügen musste warten, - zu erst kam die Pflicht,
das beschlossen die Eltern, - ob Dir es passte oder nicht! –
So ging’s nach der Schule ins Leben hinaus, -
doch Freude ist anders, - für Dich eher ein Graus! –
 
Plötzlich standest Du da, - zwischen Würsten und Schinken –
musstest immer schön lächeln, - obwohl Dir’s tat stinken, -
ein wenig vom Aufschnitt - und etwas Gehacktes -
und immer noch lächeln, - ne so was beknacktes! –
 
Schnell erkanntest Du sämtliche Würste - mit Namen, -
die langen, die kurzen, die krummen, die lahmen, -
Tag täglich nur Würste, - und abends dann wieder, –
das war Dir zu viel – und legtest sie nieder! –
 
Mit Würsten da hattest Du nichts mehr am Hut –
und stürzte Dich nun auf ein anderes Gut, -
mit Kursen und lernen und Zahlenspiele –
 blieb doch wohl noch Zeit für manch andere Gefühle! –
 
So geht halt das Leben seltsame Wege –
und kommt mit der Liebe Dir so ins Gehege, -
wirst plötzlich verstrickt zwischen Liebe und Wahn –
und endet dann meistens - so wie im Roman! –
 
Doch bei Dir wurde das Drehbuch anders geschrieben –
Du bist mit zwei Kindern auf der Strecke geblieben, -
als Witwe zu jung, - und doch plötzlich allein –
das Leben ist grausam - und furchtbar gemein! -
 
Nun gab es auch Sorgen und Nöte zu hauf, -
doch Du bist ja ein Kämpfer - und gabst nicht gleich auf –
Deine Eltern die standen Euch immer zur Seite –
und waren im Schmerz - ein echter Begleiter! –  
 
Doch das Leben ging weiter – und Du warst noch so jung -
hattest Ziele und Träume, eine Frau voller Schwung! –
Deine Kinder die waren aus dem gröbsten zwar raus –
aber immer noch bei Dir, - am Tisch und im Haus! –
 
So vergingen die Jahre, es wuchsen die Kinder, -
und die Betten so leer, - ob Sommer, - ob Winter, -
doch Dein Herz das war schwer - und verhärtet wie Stein -
und so ließ es auch keinen andern hinein! –
 
All die Pflichten des Tages, die Arbeit, die Kinder –
sie trockneten die Tränen, - und der Schmerz ward gelinder! –
Doch so ist jedes Leid, - mit der Zeit auch verblichen –
und das Glück kommt auch meistens - ganz leise geschlichen!
 
Doch das Glück hat einen Namen – sah fast täglich Dir zu, -
denn sein Name war Kurt - und noch Nachbar dazu, –
denn auch er musste lange sein Leid still ertragen -
 wurde genau so wie Du, - auch vom Schicksal geschlagen! –
 
Doch der Kurt ist auch Jäger - und er kennt sein Revier –
kennt den Wechsel des Wildes, - direkt vor der Tür -
und er ist auf der Pirsch, - hat ein feines Gespür –
hat bereits schon im Auge, - ein besonderes Tier! –
 
Er kennt die Gesetze, - der Natur ganz genau, -
kennt die Brunft aller Tiere – so wie einer Frau! –
Jeder ahnte es schon – und für viele längst klar, -
die Falle schnappte zu – und ein Traum wurde wahr!
 
Dein Leben nahm nun eine ganz neue Wende, -
denn der Kurt nahm es jetzt, - sofort in die Hände –
damit war die Freiheit für Dich auch zu Ende, –
Du fügtest Dich drein, - somit Stress ohne Ende! –
 
Ein neues Kapitel wurde nun aufgeschlagen –
und schlug Dir zu weilen doch oft auf den Magen, -
auch der Kinderwunsch war - so wie so - längst tabu –
dafür kam stattdessen ein Hund noch dazu! –
 
So habt Ihr in zwischen drei Hunde verschlissen, -
manch einer würde sagen, - ins Gras gebissen –
der Stress war zu groß - wohl für Falk und auch Pax –
und Schuld war wohl nicht bloß das Teletak! -
 
Nur Axel der 4., - größtes Schlitzohr der Welt, -
versorgt Euch nun beide – und bumst jetzt für Geld, -
nur sein Herrchen ist traurig und denkt so für sich –
ich hätte jetzt Zeit, wäre ein Job so für mich! –
 
Jedes Fest läuft erst rund, - wenn man Dich dort erblickt –
Deine Heiterkeit hat schon fast jeden beglückt, -
Du versprühst gute Laune um Dich weit und breit, -
und bist dennoch für jeden Blödsinn bereit, –
 
Ein Verein ohne Dich, - wäre undenkbar und fad, -
bist stets freundlich zu allen - und weißt immer Rat -
egal was es gibt - oder was es auch sei –
Du bist immer gefragt - und überall dabei! –
 
Du stehst unter Dampf – und hast immer noch Zeit, -
Dir ist nie was zuviel – und tut nie etwas leid, -
Du bindest noch Kränze – so ganz nebenher –
und schleppst ab und zu – noch vom Kurt das Gewehr!
 
Ist ein Hochstand zu bauen, - eine Schleppe zu legen –
Bäume zu fällen, bei Sonne und Regen –
ob Köder verstecken, - oder ein Dach neu zu decken, -
Du musst einfach stets ran – und ersetzt jeden Mann! –
 
Blödeln, - bis die Bäckchen glühen –
den Fuchs am Schwanz im Wald rum ziehen, -
Tapeten kleistern, Hecken schneiden –
und Nächstenhilfe - noch betreiben! -
 
Beim Verkauf im Verein – von Reh oder Schwein, –
bist Du immer dabei, - manchmal nur mit Geschrei –
es gibt Tage, - da steht Dein Mundwerk nicht stille, -
da holst Du kaum Luft - es beschlägt Deine Brille! –
 
So kennt Dich fast jeder, - ist nicht übertrieben –
in Hamburg, in Windhug, in München und drüben –
Deine Duftnoten hast Du der Welt hinterlassen –
Du bist immer auf Tour – aber niemals zu fassen! -
 
So verflogen die Jahre und Du merktest es kaum –
plötzlich stand auch das Thema der Rente im Raum, -
viel zu jung für die Rente, - das konnt‘ jeder sehen -
doch da half auch kein betteln, kein winseln, kein flehen! –
 
Auch die Kreissparkasse - gab verzögert Dich frei –
so war auch Dein Abschied - nicht einerlei –
das ungewisse - was wird es Dir bringen –
Du konntest weder lachen, noch tanzen, noch springen! –
 
Der Schritt in die Rente, - für Dich wohl ein Graus –
jetzt nur noch ihr beide – Tag ein und Tag aus, -
doch das Leben schreibt oft seine eigenen Gesetze -
und verstrickte Dich schnell in seltsame Netze! –
 
 Die Eltern, - sie glitten Dir sanft aus den Händen, -
das Leid war zwar groß, - doch es ließ sich nicht wenden, -
Du tatst was Du konntest, - doch es reichte nicht aus –
so verließen dann Beide, - in Frieden das Haus! – 
 
Leid und Glück sind Verwandte, - gehen stets Hand in Hand -
werden leider von Menschen nur selten erkannt –
so durchbrach Deine Tochter, - die Anke das Leid –
und überdeckte mit Sonnenstrahlen die Zeit! –
 
Den Lichtstrahl, - den konnte schon jeder bald sehen –
und so lag sie in Kürze - auch schon in den Wehen –
weil das „Mäxle“ es wusste, - ich muss jetzt hier raus –
sonst halten es Eltern und Oma nicht aus! –
 
Mit Glückwunsch und Sekt, war‘s für jeden ein Segen -
nun begann auch für alle, - ein freudiges Leben, -
die Oma sie strahlte – jeder konnte es sehen –
und heute kann das „Mäxle“, - lange schon stehen! -
 
Nun legte auch Markus, - der jüngste der Sippe, -
der meist, - unüberhörbar - riskiert eine Lippe –
ganz leise und still – das wohl niemand gedacht -
sich selbst an die Kette! – für Tag und auch Nacht! –
 
Vereint nun mit Frauke, - die Frau seiner Träume –
verschönern sie nun, - das Haus und die Räume, -
doch bleibt ihnen Zeit - und klappt‘s auch im Bett –
dann freut sich die Oma – ich mach jede Wett‘! –
 
Von der Anke die Wiege, - ein Schachzug grandios –
dazu noch die Windeln, so wie auch die Hos‘ –
so geht es dann weiter – Jahr ein und Jahr aus, -
und legt so den Grundstein - für ein größeres Haus! –
 
Nun wäre das meiste wohl somit gesagt –
es sei denn, - dass mich noch jemand fragt, -
wo geht der Weg hin, - mit der Erika -
oder siehst Du die Zukunft vielleicht sogar? – 
 
Da kann ich nur, - auf eines verweisen –
will nicht groß loben, - oder preisen, -
denn wer mich kennt, - weiß ganz genau –
ich bin doch Experte – für jede Frau! –
 
Schon vor zehn Jahren, - weißt Du es noch –
da sagte ich Dir - damals doch, -
pass auf, - das auf dem Lebensweg –
nicht eine sechs - da vorne steht! –
 
Doch lange Rede kurzer Sinn –
die Frauen hören halt nicht hin, -
nur rattern, schnattern – wie besessen –
das wichtigste wird halt vergessen! –
 
Das sage ich nicht unbesonnen –
- natürlich bist Du ausgenommen, -
doch jeder weiß es ungesagt –
Du antwortest nur, - wenn man Dich fragt! –
 
Nun ist es leider doch passiert –
 die Männerwelt, - total schockiert, -
jetzt steht die sechs - doch vor der Null, -
das heißt – mit Sex ist’s nicht so doll! –
 
Du siehst ab heut – genau genommen –
die sechs plus eins - nun langsam kommen, -
nicht dass dem Irrtum - Du verfällst, –
das Du für Sex, - „eins plus“ - erhältst! –
 
Ja die verfluchte sechs da vorne –
ist lästig wie - ‚ne spitze Dorne –
und jeder Mann - natürlich weiß –
der Ofen ist jetzt nicht mehr heiß! – 
 
Zwar sprühen Funken, – die noch leuchten –
doch fehlt das Öl, - zum Docht anfeuchten, -
deshalb hast Du für jetzt und später –
für immer nun - den schwarzen Peter! –
 
Die Jeans in Größe 38, -
die trägst Du zwar noch stolz und fleißig –
zwar sind mit Keilen sie geweitet –
weil sich Dein Hinterteil - verbreitert! –
 
Du könntest sie, - an manchen Tagen –
deshalb auch noch mit achtzig tragen –
wenn Du sie schonst und trägst im Haus –
der Stoff hält die Strapazen aus! -
 
 Für Dich heißt jetzt die Zeit – oh Schreck –
schmeiß Minirock und Tanga weg, -
trenn Dich vom Jugendfirlefanz –
Du reizt von nun an mehr - kein Schwanz! –
 
Hol jetzt die Liebestöter raus –
als Wärmequelle, - für die Maus –
und dass Angora – Unterhemd –
weil sonst ja nichts mehr juckt und klemmt! -
 
Ab morgen kannst Du was erleben –
Dein Briefkasten wird nur noch beben, -
weil jeder Kleckerles-Verein –
Dich lädt zum Schnupperkurs jetzt ein! –
 
Aus Birkmannsweiler – die Senioren
sie laden ein – ganz unverfroren, -
auch „Graue Panther“ - als Partei –
sie werben Dich - ganz frank und frei! – 
 
 Gymnastik-Club – für 60 plus –
ihr Beitritt ist natürlich muss –
der Wanderclub - „Gestresste Lende“ –
verspricht Dir jetzt - die große Wende! –
 
Der Karitas – das kennt schon jeder –
 bietet Dir an – Essen auf Räder –
der Pfarrer kommt verstärkt - nicht minder –
nun in das Haus - der alten Sünder! –
 
Und die Versicherungsgruppe – Quelle, –
schickt die Police - auf die schnelle –
so geht’s jetzt weiter, – glaube mir –
der Rest liegt morgen vor der Tür! –
 
Doch auch beim Einkauf, - wirst Du’s spüren –
musst Dich ab heut - neu orientieren, -
denn was Du sonst so mitgebracht, -
es ist vergessen – über Nacht! –
 
Der Einkaufszettel, - sei mal ehrlich –
ist heut für Dich, - längst unentbehrlich –
weil sich das Kleinhirn – ungelogen, -
in Ruhestand zurück gezogen! –
 
Und all die Haare – kraus und grau –
nur Scheinbild sind - bei jeder Frau, -
in Wirklichkeit – ich sag’s mal barsch –
ist längst der Denkprozess, - im Arsch! –
 
Also wird kräftig aufgeschrieben –
als erstes mal geschwind - zu Lidl, -
im Angebot heißt die Prognose –
für’s Feuchtgebiet, - die Windelhose! – 
 
Dann schnell zu Aldi, - so wie so –
denn Aldi macht die Rentner froh, -
weil heut der Preis ist exelent –
für eine Dose - Kukident! –
 
Noch Vitamine - A bis E –
so bleiben Haut und Herz auch schee –
Nahrungsergänzungsmittel, - klar –
die große Dose - für’s ganze Jahr!
 
Auch Schonkost für den Schrumpel Magen –
gehört sofort in Einkaufswagen, -
damit man jetzt auch alles hat –
auch noch das Apotheker-Blatt! –
 
Eine stärkere Brille, - so wie so, -
nur für die Augen, - nicht fürs Klo –
im Zweifelsfall – gebe ich mal kund, -
hast Du ja noch den „Blindenhund“! -
 
Beinah - da hätt’ ich noch vergessen –
fürs Kurttel – täglich nach dem Essen, -
damit die Leitung - frei sich schafft –
Prostata – Kapseln, - volle Kraft! –
 
Somit wäre alles abgedeckt –
es sei denn, - dass noch was verreckt, -
zum Beispiel – Zähne oder Knie –
ich mein ja bloß, - man weiß ja nie! – 
 
Natürlich möchte ich’s nicht beschreien –
doch wenn es kommt, - kannst mir verzeihen –
ich wünsche Dir – und uns - ganz ehrlich, -
bleib wie Du bist, - halt unentbehrlich! –
 
Drum schließ ich jetzt mit einem Toast, –
ein dreifach hoch - auf Erika – und –
 
 Prost!
 
 
Mit den besten Wünschen von Dieter und Ingrid
 
 
Birkmannsweiler, den 25.08.2010